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Asse II: Wilde Müllkippe, schlampige Dokumentation

Greenpeace-Aktivisten haben am Montag in Hannover für eine lückenlose Aufklärung des Asse-Skandals demonstriert. Sie platzierten 40 gelbe Atommüllfässer auf den Stufen des Niedersächsischen Landtags und forderten, Licht ins Dunkel zu bringen. Symbolische Grubenlampen für Vertreter der fünf Landtagsparteien sollen bei der Orientierung helfen.

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Die Asse wurde unter dem Deckmantel der Forschung wie eine wilde Müllkippe genutzt. Die Einlagerung der Fässer wurde schlampig dokumentiert und chaotisch archiviert. Die Unterlagen spiegeln das Ziel der Asse-Nutzung wider: Aus den Augen, aus dem Sinn mit dem Atommüll. So billig wie möglich für die Atomkonzerne und so heimlich wie möglich für die Politik, sagt Tobias Münchmeyer, Atomexperte von Greenpeace. In der Asse strahlt weit mehr Atommüll als offiziell angegeben, wie Greenpeace-Berechnungen ergeben.

Die Lieferscheine sind unvollständig und teilweise handschriftlich ausgefüllt. So wird ein Fass erst aufgeführt und dann wieder gestrichen, ohne den Verbleib zu dokumentieren. Radioaktivitätswerte werden handschriftlich nach oben oder unten korrigiert - ohne Hinweis, wer die Änderung wann und warum vorgenommen hat. Fässer, die schon seit Monaten in Asse lagern, werden nach einem Telefonat einfach umdeklariert.

Greenpeace hat einige Beispiele für die schlampig geführten Begleitpapiere zu einem PDF zusammengefasst und kommentiert. Für die Zeit von 1967 bis 1971 fehlen überhaupt jegliche Unterlagen.

Der Ältestenrat des Niedersächsischen Landtags trifft sich am kommenden Mittwoch, um über die Anträge der Parteien zur Einrichtung eines Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zu entscheiden. Der Untersuchungsausschuss soll die gravierenden Missstände in der Asse untersuchen. Wir fordern von den Politikern, Licht ins Dunkel der Asse zu bringen - ohne parteipolitische Ränkespiele. Die Menschen haben das Recht, endlich umfassend über Art und Ausmaß des eingelagerten Inventars informiert zu werden, so Tobias Münchmeyer. Das muss ohne Rücksicht auf die Wahlkampfinteressen der Parteien lückenlos aufgeklärt werden.

Greenpeace lieferte immer wieder Beweise dafür, wie Atomkonzerne, Aufsichtsbehörden und Politik heimliche Absprachen auf Kosten der Bevölkerung und der Umwelt trafen. Aus Unterlagen geht hervor, wie dringend die AKW-Betreiber ein Endlager für ihren atomaren Müll brauchten, das ihrem ...Wunsch nach kostenminimalen und ökonomischen Lösungen... entsprach. Dafür wurde die Sicherheit der Menschen aufs Spiel gesetzt. Erst am Sonntag hatte Greenpeace veröffentlicht, dass die Gesellschaft für Strahlenforschung (GSF, heute Helmholtz Zentrum) als damalige Betreiberin schon 1967/68 kontaminierte Laugen in der Asse festgestellt und dokumentiert hatte.

Von den Energiekonzernen fordert Greenpeace, sich an den horrenden Sanierungskosten der Asse zu beteiligen. Die Atomindustrie hat massiv am billigen Endlager Asse verdient, so Münchmeyer. Sie muss für die Folgekosten ihrer Profitgier aufkommen.

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