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Asse bricht ein, in Gorleben soll's weitergehen

Nachricht 1: Im Salzstock Asse droht eine Kammer mit Atommüll einzubrechen. Nachricht 2: Der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) fordert, die Arbeiten am geplanten Atommüllendlager im Salzstock Gorleben wieder aufzunehmen. Nichts dazugelernt?

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Entweder gefährlich naiv oder hochgradig zynisch nennt Greenpeace-Atomexperte Thomas Breuer die Forderung des niedersächsischen Umweltministers. Damit will Hans-Heinrich Sander wohl von seinem Versagen im Asse-Skandal ablenken.

Der Minister hat am Donnerstag offenbar als Letzter in seinem Ressort von der neuen dramatischen Entwicklung in der Asse erfahren. Nach Breuers Ansicht ein erneutes Zeichen dafür, dass Sander sein Ministerium nicht im Griff hat und nicht in der Lage ist, eine atomrechtliche Aufsichtsbehörde zu führen.

Die Asse ist nach offiziellen Angaben das deutsche Forschungsbergwerk für die Endlagerung in Salz. Mit dem Debakel in der Asse ist das Konzept, Atommüll in Salz einzulagern, gescheitert.

Greenpeace fordert, den geplanten Endlagerstandort Gorleben endgültig aufzugeben. Zudem muss ein Untersuchungsausschuss eingesetzt werden, der die skandalösen Vorfälle in der Asse und die früheren Fehlentscheidungen der Aufsichtsbehörden in Hannover rückhaltlos aufklärt.

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