Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Arevas Uranförderung immer noch eine Gefahr für Niger

Im Januar hat der französische Atomkonzern Areva versprochen, die Stadt Akokan im Niger von Strahlungsquellen zu befreien. Ein kürzlich herausgegebener Greenpeace-Report zeigt: Die Realität sieht anders aus. Die Strahlung in Luft, Wasser und Boden des Gebiets übertrifft internationale Vorgaben um ein Vielfaches.

  • /

Die Uranminen im Niger stellen eine enorme gesundheitliche Bedrohung für die Bevölkerung der umliegenden Ortschaften dar. Die Analyse zeigt, dass vier von fünf Wasserproben die international geltenden Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) überschreiten. Dieses Wasser wird dort als Trinkwasser verwendet.

Die Radioaktivität verstärkt die Armut, weil sie Opfer fordert. Mit jedem Tag wächst für uns die Gefahr zu erkranken, während Areva mit unseren natürlichen Ressourcen Hunderte Millionen macht, prangert Almoustapha Alhacen, President der lokalen Nigerianischen NGO Aghir in’ Man, an.

Die Hälfte des Areva-Urans stammt aus zwei Minen im Niger, einem der ärmsten Staaten Afrikas. Das Land ist seit 40 Jahren der weltweit größte Uranlieferant. Doch was der Bevölkerung von dem Reichtum bleibt, ist nichts außer den Abfällen und der giftigen radioaktiven Strahlung.

In Akokan wurde Schutt aus den nahe gelegenen Uranminen zum Bau von Straßen verwendet. Bereits 2007 stellte ein unabhängiges Unternehmen fest, dass der Schutt, und damit die Straßen, radioaktiv belastet ist. Areva säuberte daraufhin die Straßen und erklärte die Gegend für strahlungsfrei.

Areva behauptet ein umweltfreundliches Unternehmen zu sein, verhält sich aber nicht so. Der schockierend hohe Grad der radioaktiven Kontamination enthüllt die Wahrheit. Areva muss sofort aktiv werden, um eine weitere Verstrahlung der umliegenden Dörfer zu beenden, sagt Rianne Teule, Atomexpertin von Greenpeace International.

Greenpeace fordert eine unabhängige Erforschung der Gebiete um die Minen herum und nachfolgend eine Säuberung der verstrahlten Orte. Areva muss Verantwortung für sein Handeln übernehmen, nicht nur im Niger sondern weltweit, so Teule.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Fukushima-Report 2020

Die Strahlungsmessungen in der Region Fukushima aus dem Herbst 2019 zeigen: Unwetter wie der Taifun Hagibis führen zum Auftreten neuer radioaktiver Hotspots. Auch in den Gebieten, in denen im Sommer 2020 die Olympiade stattfinden soll.

Fukushima-Report: Kinder und Arbeiter

Kinder und die Dekontaminierungsarbeiter leiden besonders unter der radioaktiven Strahlung in Fukushima. Sie ist auch acht Jahre nach dem Atomunfall in Japan noch viel zu hoch.

Mehr zum Thema

Auf Nimmerwiedersehen

Das Atomkraftwerk Philippsburg macht Platz für eine moderne Umspann-Anlage. Greenpeace hat dort häufig protestiert, in der Nacht zum letzten Mal. Ein Abschied ohne Wehmut.

Katastrophe ohne Verfallsdatum

Vor 34 Jahren explodierte Block vier des Atomreaktors von Tschernobyl. Wie schwer der Super-GAU noch Jahrzehnte später wiegt, zeigen die derzeitigen Waldbrände.

Brennende Sorge

Die Brände um Tschernobyl scheinen unter Kontrolle zu sein – unter großem Einsatz der Feuerwehrleute vor Ort. Die Fast-Katastrophe zeigt: Ein GAU ist niemals abgeschlossen.