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Areva verschifft Stoff für mehr als 100 Atombomben nach Japan

Unter schwerer Bewachung und zivilen Protesten hat in der Nacht der größte Plutoniumtransport der Geschichte begonnen. Fünf Behälter mit MOX-Brennstäben, darin rund 900 Kilogramm Plutonium und 15 Tonnen Uran, sind auf der Reise von La Hague/Frankreich nach Japan. Das Plutonium jedes einzelnen Behälters reicht für 20 Atombomben. Auch Greenpeace hat vor Ort protestiert.

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Es ist nur der erste Teil der Fracht, der in der vergangenen Nacht von der Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague zum Hafen von Cherbourg gebracht wurde. Der zweite Teil soll Mittwochnacht folgen. In Cherbourg werden die Behälter auf ein oder zwei Schiffe verladen. Details sind noch nicht bekannt.

Mehr als 40 Militärfahrzeuge sicherten den Transport auf den 20 Kilometern zwischen La Hague und Cherbourg. Bereitschaftspolizei stand überall an der Strecke parat. Proteste französischer Bürger und Politiker wurden früh beendet, 40 Greenpeace-Aktivisten von Bereitschaftspolizei eingekreist.

Die starke Bewachung täuscht Sicherheitsvorkehrungen vor, die nicht wirklich existieren. Zwar hat der französische Stromkonzern Areva die 20 Kilometer zwischen La Hague und Cherbourg sichern lassen. Doch die zwei Frachter, die in Cherbourg die Ladung aufnehmen sollen, sind fast unbewacht. Bordkanone und ein bisschen Polizei - das war's. Kein Militärschiff wird die brandgefährliche Fracht auf den tausenden Kilometern nach Japan eskortieren.

Areva hat den Brennstoff für die japanischen Stromanbieter Chub Electric, Kyushu Electric and Shikoku Electric produziert. Sie wollen drei Kernkraftwerke mit MOX-Brennstäben beladen. Es wäre der erste Erfolg in dieser Richtung. Bislang scheiterten in Japan alle Versuche mit MOX-Brennelementen - teils an der Qualität des gelieferten Materials, vielfach an lokalen Protesten aus Bevölkerung und Politik.

Das hier ist waffenfähiges Material, hergestellt in direkter Folge des Atomkraftwerksbetriebs, sagt Atomexperte Heinz Smital. In einer Welt, die schon mit Klimawandel und nuklearer Weiterverbreitung konfrontiert ist, brauchen wir nicht auch noch den Handel mit Bombenmaterial. Greenpeace fordert ein klares Aus für die Atomkraft. Anderenfalls droht eine Katastrophe.

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