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Anti-Atom-Protest im Netz und auf der Straße

Morgen wird es laut im Herzen der deutschen Politik! Denn morgen zieht die große Anti-Atom-Demo durch die Straßen Berlins. Höhepunkt: die Umzingelung des Regierungsviertels. Wer es nicht nach Berlin schafft, aber trotzdem Druck auf die Parlamentarier machen möchte, kann unter www.restlaufzeit.de eine tolle neue Mitmach-Möglichkeit von Greenpeace Energy nutzen. Das Ziel: Abgeordnete umstimmen!

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Auf der Seite können Bürger und Bürgerinnen über eine Suchmaske oder per Klick auf eine Deutschlandkarte den Abgeordneten ihres Wahlkreises suchen. Die Profilseite des Abgeordneten zeigt an, wie dieser zur Laufzeitverlängerung steht. Ein weiterer Klick und man gelangt auf eine Seite, auf der man den jeweiligen Abgeordneten mit einer Mail zum Überdenken seiner Position auffordern kann - oder ihn darin bestärken.

Über die Laufzeitverlängerung muss noch im Bundestag abgestimmt werden. Wie heißt es so schön im Grundgesetz: (Die Abgeordneten) sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen. Selten war das Gewissen der Abgeordneten so gefragt wie in der jetzigen Situation. Politiker der Regierungskoalition können demokratisches Rückgrat beweisen und gegen die von ihren Parteioberen in geheimen Kungelrunden ausgehandelte Laufzeitverlängerung stimmen.

Mit einer eigenen Abstimmung macht auch Greenpeace bei den Abgeordneten die Probe, wie ernst sie es mit den Erneuerbaren meinen. Dafür hat Greenpeace Stimmzettel mit folgender Frage an die Parlamentarier geschickt: Sind Sie dafür, dass die Stromversorgung Deutschlands bis zum Jahr 2050 zu 100% aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden soll? Das Zwischenergebnis ist eine klare Mehrheit pro Erneuerbare - nur FDP- und Unionspolitker halten sich mit dem Abstimmen noch zurück.

Protest auf der Straße und im Netz wirken am Besten zusammen! Deshalb: morgen Atomkraft - Nein Danke!-T-Shirt anziehen und damit um 12.15 Uhr auf den Washingtonplatz in Berlin kommen UND auf www.restlaufzeit.de den Parlamentariern die Meinung sagen!

(Autor: Benjamin Borgerding)

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