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Angela Merkel jetzt für Sicherheitsüberprüfungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat angekündigt, angesichts der Katastrophe in Japan die deutschen AKW auf ihre Sicherheit überprüfen zu lassen. Erst vor wenigen Monaten hat sie Laufzeitverlängerungen durchgedrückt, obwohl die Defizite vor allem der alten Meiler bekannt sind.

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Sicherheitsüberprüfungen seien richtig, sagt Greenpeace-Atomexperte Tobias Riedl, aber nicht erst seit heute! Die Regierung Merkel hat die Laufzeiten für Altreaktoren ohne jegliche Nachrüstungen um acht Jahre verlängert, obwohl Sicherheitsmängel bekannt waren.

Jede vollständige Überprüfung der Sicherheitsstandards der deutschen Atomkraftwerke kann nur zu einem Ergebnis führen: Die besonders gefährlichen und heute nicht mehr genehmigungsfähigen Uraltmeiler wie beispielsweise Krümmel, Biblis A, oder Neckarwestheim 1 müssen sofort vom Netz.

Der Unfall in Japan zeigt, dass Atomkraft nirgends beherrschbar ist. Auch in Deutschland kann jederzeit ein schwerer Unfall passieren - es müssen nur mehrere negative Ereignisse zusammenkommen. Deshalb fordert Greenpeace von der Physikerin Angela Merkel, jetzt umzudenken und mit der Laufzeitverlängerung für die deutschen Atomkraftwerke einen schwerwiegenden Fehler ihrer Amtszeit zu korrigieren.

Publikationen

Risiko Restlaufzeit

Wer heute von Laufzeitverlängerungen für deutsche Atomkraftwerke redet, meint vor allem vier Atommeiler: Biblis A und B, Brunsbüttel und Neckarwestheim. Die Greenpeace-Studie beleuchtet die Sicherheitsaspekte dieser vier Kraftwerke.

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Report: Unequal Impact

Menschenrechtsverletzungen bei Frauen und Kindern nach dem Atomunfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi. Report in englischer Sprache.

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