Artenvielfalt im Kongobecken

Waldelefanten, Okapis und haarige Vettern

Das Kongobecken gehört zu den artenreichsten Regionen der Welt. Hier finden sich Hunderte von Tier- und Tausende von Pflanzenarten. Viele dieser Arten kommen nur hier vor. Allein für die Demokratische Republik Kongo wurden 1300 Arten von Schmetterlingen beschrieben - und jedes Jahr werden weitere entdeckt.
  • /

Allein in der DR Kongo finden sich 415 Säugetierarten, 268 Reptilien und jeweils über tausend verschiedene Vogel- und Fischarten. Mehr als 1300 Arten von Schmetterlingen wurden für die DR Kongo beschrieben. Das sind mehr als in jedem anderen Land in Afrika. Und jedes Jahr werden weitere entdeckt.

Sapelli - Baum des Lebens

Sapelli ist nicht nur ein von den Holzfirmen geschätztes Edelholz. Es ist viel mehr: eine wichtige und vielfältige Ressource für die verschiedenen ethnischen Gruppen im Norden des Kongo. Über die einfache Nutzung des Holzes hinaus hat der Sapellibaum für große Teile der Bevölkerung eine viel weitreichendere Bedeutung. Er ist der Wirt für eine spezielle Raupenart, die eine wichtige Nahrungsquelle darstellt.

Während der Regenzeit, wenn die Fischerei und Jagd schwierig sind und auch die neue Ernte noch nicht reif ist, sind diese Raupen, insbesondere für die Pygmäen, die mit Abstand wichtigste Proteinquelle. Darüberhinaus werden die Rinde und der Stamm wegen ihrer schmerzstillenden und entzündungshemmenden Wirkung vor allem bei der Behandlung von Malaria und Augenentzündungen verwendet.

Haarige Vettern

Zu den seltenen und faszinierendsten Arten, die sich im Kongobecken finden, gehören auch die Menschenaffen: Drei der vier existierenden Arten von Menschenaffen findet man hier. Beide Schimpansenarten (der gewöhnliche Schimpanse und der auch Zwergschimpanse genannte Bonobo) und der Gorilla.

Stammesgeschichtlich ist der Schimpanse der engste Verwandte des Menschen. Er gilt als der Cleverste unter den Menschenaffen mit seinen Werkzeugen, seinen Täuschungsmanövern und strategischen Bündnissen. Auch aufopfernde Mutter-Kind-Beziehungen sind arttypisch. Schimpansen sind dem Menschen am ähnlichsten - im Guten wie im Bösen.

Bonobos waren die letzten der großen Menschenaffen, die entdeckt wurden. Sie leben ausschließlich in der Demokratischen Republik Kongo südlich des Kongo-Flusses, den sie nie überqueren - sie können nicht schwimmen. Sie organisieren ihr Leben in hochentwickelten sozialen Gruppen, in denen die Frauen das Sagen haben. Vielleicht sind sie deshalb Meister im Friedenschließen.

Gorillas sind trotz ihres imposanten Äußeren die friedlichsten unter den Menschenaffen. In freier Natur benutzen sie nach bisherigen Beobachtungen keine Werkzeuge, obwohl sie dazu durchaus in der Lage sind. Ihre Hände benutzen sie fast genauso wie Menschen. Gorillas werden nach ihren Lebensräumen unterschieden in Flachland- und Berggorillas. Von den Berggorillas, die im Osten des Kongo leben, gibt es nur noch wenige hundert.

Die UNEP warnt, dass der Großteil der Menschenaffen in den nächsten 10 bis 20 Jahren aussterben wird, wenn die Zerstörung ihres Lebensraumes im gleichen Tempo voranschreitet.

Der Waldelefant

Ähnlich düster sieht es für andere Urwaldtiere aus, beispielsweise den Waldelefanten, die zu den Giraffen zählenden Okapis und die erst 1936 beschriebenen farbenprächtigen Kongopfauen.

Mit Herden von bis zu hundert Tieren, die den Staub der Savanne aufwirbeln, haben Waldelefanten nichts zu tun: Die kleineren Verwandten der afrikanischen Steppenelefanten streifen in Familiengruppen von zwei oder drei Weibchen und deren Nachwuchs durch den dichten Dschungel. Weibliche Jungtiere bleiben der Gruppe erhalten, Männchen müssen nach der Geschlechtsreife gehen und ziehen alleine oder in Gesellschaft anderer Junggesellen umher.

Ihr verstecktes Leben hat dazu beigetragen, dass die afrikanischen Waldelefanten zu den letzten unerforschten Tieren dieses Kontinents gehören - kaum jemand hat sie bisher in freier Natur beobachten können. Ihre wichtige Rolle im Ökosystem des Dschungels ist aber bekannt: Als wahre Landschaftsarchitekten sind sie für die Erneuerung und Wiederaufforstung des Waldes unverzichtbar. Ihr Appetit auf täglich über hundert Kilogramm Pflanzennahrung schafft Brachen und damit Platz für junge Keimlinge. Das nötige Pflanzensaatgut haben sie - dank ihrer schlechten Verdauung - auch immer dabei.

Das Okapi

Die Beine vom Zebra, den Rumpf vom Pferd, die blaue Zunge reicht bis in die Augen und der Hals ist um 180 Grad drehbar: kein Fabeltier, sondern das auch Waldgiraffe genannte Okapi. Über diese scheuen Waldbewohner ist nur wenig bekannt. Sie leben nur in der DR Kongo rund um den Kongo-Fluss.

Tags:

Mehr zum Thema

Vielfalt - Basis des Lebens

Greenpeace kämpft weltweit für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen. Deren Bewahrung ist die beste Voraussetzung für den Schutz von Tieren und Pflanzen.

Angriff auf das "grüne Herz" Afrikas

Die internationale Holzindustrie zerstört im großen Maßstab die Regenwälder im Kongobecken. Die artenreichen Regenwälder Zentralafrikas sind die Lebensgrundlage für viele Millionen Menschen...