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Wahl in Kuala Lumpur: Bösewicht des Tages

Champion gesucht. Am Rande der großen UN-Konferenz zum Schutz der Urwälder und Meere (CBD) in Kuala Lumpur hat Greenpeace am Donnerstag zum Preis für den größten Blockierer der Konferenz aufgerufen. Nominierungen trudelten aus allen Richtungen ein. Der Preis ist beliebt. In erster Linie bei Umweltschützern und Indigenen. Aber auch einzelne politische Vertreter haben - in aller Stille - ihren bevorzugten Bösewicht benannt.

Champion vom Donnerstag: Chile. Der Andenstaat hat hartnäckig versucht, das Thema Meeresschutzgebiete von der Tagesordnung zu katapultieren.

Die Meere sind derzeit Hauptthema im Putra World Trade Centre in Kuala Lumpur. Die CBD-Delegierten liefern sich hitzige Gefechte, besonders über geschützte Gebiete, die sich außerhalb nationaler Grenzen befinden. Das trifft auf Hochseegebiete zu, aber auch auf die Antarktis. Neuseeland möchte die Antarktis aus der Diskussion heraushalten. Der Disput war bei Redaktionsschluss noch im Gange.

Der nächste Preisträger ist derweil schon auserkoren: Australien. Die Delegation aus Melbourne besteht auf einer schwächeren Definition dessen, was unter vorbeugendem Schutz zu verstehen sei, und steht mit dieser Position gänzlich allein da. Sollten die Australier weiterhin einen Kompromiss ablehnen, könnte sich das nachteilig auf große Teile der CBD-Tagesordnung auswirken. Besonders betroffen wäre das Arbeitsprogramm für Schutzgebiete.

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