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Zoll gibt Finnwalfleisch wieder frei

Die Hamburger Zollfahndung hat das von ihnen beschlagnahmte Walfleich wieder freigegeben. Der Zoll ist aktiv geworden nachdem Greenpeace-Aktivisten am vergangenen Freitag gegen den Transport von Walfleisch über den Hamburger Hafen protestiert haben. Sechs Container mit Finnwalfleisch aus Island sollten von der Reederei Cosco nach Japan transportiert werden. Das Fleisch war falsch als gefrorener Fisch deklariet worden.

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Greenpeace fordert die Hamburger Reedereien heute in einem offenen Brief auf, das Walfleisch nicht zu transportieren. Denn laut Washingtoner Artenschutz-Abkommen (CITES) ist der Handel mit Walfleisch verboten. Jetzt sind der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) in der Verantwortung.

Olaf Scholz muss dafür sorgen, dass das Walfleisch den Hamburger Hafen nicht verlässt. "Wir fordern Bürgermeister Scholz auf, sich nicht hinter Paragraphen zu verstecken, sondern das Walfleisch festzusetzen", sagt Iris Menn, Meeresexpertin von Greenpeace. Peter Altmaier muss alle deutschen Häfen für den Transport von bedrohten Tieren sperren.

"Umweltminister Altmaier versagt beim Artenschutz. Wir fordern ihn auf sofort Maßnahmen einzuleiten, die Transporte von Walfleisch über deutsche Häfen zu stoppen", sagt Menn. Schließlich hat die Bundesrepublik das Washingtoner Artenschutzabkommen unterzeichnet, das den Handel mit Walfleisch verbietet. Zudem ist sie Mitglied in der Internationalen Walfangkomission, die ein weltweites Walfangverbot ausgesprochen hat.

Die Niederlande und die Rotterdamer Hafenbehörde haben bereits eine freiwillige Verpflichtung erlassen, Walfleischtransporte in ihren Häfen grundsätzlich nicht mehr zu dulden. Daran sollten sich Peter Altmaier und Olaf Scholz ein Beispiel nehmen.

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