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Weltweite Beteiligung an Online-Protest gegen Koreas Walfangpläne

Über 100.000 Menschen haben weltweit den Greenpeace-Protestaufruf gegen Koreas Vorhaben unterschrieben, den sogenannten wissenschaftlichen Walfang einzuführen. Damit wollen sie den koreanischen Premierminister davon überzeugen, sich gegen den Walfang im Namen der Wissenschaft auszusprechen. Korea hatte bei der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) 2012 angekündigt, den Walfang 2013 wieder aufzunehmen.

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Am 28. November haben Greenpeace und sechs weitere Tier- und Umweltschutzgruppen den Aufruf in Seoul übergeben. Die Aktivisten hielten Banner in ihrer jeweiligen Landessprache mit der Aufschrift Beschützt die Wale. Sie haben damit die Stimmen von über 100.000 Menschen aus 124 Ländern vertreten, die sich an dem Aufruf beteiligten. Die Zahl der Teilnehmer steigt stetig weiter.

In einem Treffen mit dem für Fischerei zuständigen Generaldirektor Lee wurde der weltweite Appell übergeben. In dem 40 minütigen Treffen erklärten die Aktivisten, was bei der Auseinandersetzung um den Wissenschaftswalfang auf dem Spiel steht.

Lee zeigte sich verständnisvoll und erklärte sich bereit, den Premierminister und weitere Minister auf die welteiten Stimmen aufmerksam zu machen. In einer internen Diskussion soll dann eine endgültige Entscheidung getroffen werden.

Fischereiministerium unter Druck

Das Fischereiministerium scheint durch den weltweiten Aufruf, unter Druck geraten zu sein. In einer über Twitter verschickten Nachricht versuchte das Ministerium seine Position zum Walfang zu erklären.

Bis zum 3. Dezember will Korea bei der IWC einen Antrag auf wissenschaftlichen Walfang stellen. In dem Antrag muss beschrieben werden wie, wann und wo der Walfang aufgenommen werden soll. Noch ist das Ziel im Sommer 2013 mit der Jagd auf Wale zu beginnen. Es sei denn, die koreanische Regierung entscheidet sich um.

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