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Wale leiden unter Lärm

Der Gesang der Wale ist zu Recht berühmt. Mühelos übertönen die Tiere die natürliche Geräuschkulisse des Ozeans, das Rauschen von Ebbe und Flut, den Lärm von Stürmen oder Seebeben. Menschengemachter Lärm aber gefährdet zunehmend ihre Verständigung. Explosionen bei der Erkundung von Ölfeldern, das Rotieren unzähliger Schiffsschrauben und die Schallwellen militärischer Radargeräte verursachen unter Wasser einen Geräuschpegel, den die Tiere vielfach nicht mehr zu übertönen vermögen.

US-amerikanische Forscher haben den Gesang der Wale neun Jahre lang abgehört. Mit Unterwassermikrofonen verfolgten sie die Tiere auf ihren Wanderungen durch den Ozean und lokalisierten ihre Positionen im Atlantik. Aus den gewonnenen Daten erstellten sie eine akustische Karte.

Dabei stellten sie fest, dass Wale einander über Hunderte von Kilometern hinweg hören. Blauwale zum Beispiel unterhalten sich über mehr als 500 Kilometer Distanz. Die Tiere informieren sich zum Beispiel über geeignete Brutplätze und Nahrungsvorkommen. Männchen und Weibchen finden über den Gesang zueinander. Dabei bewegen sich die Wale oft an flachen Küstenlinien entlang, wo die Lärmbelastung durch menschliche Aktivitäten am schlimmsten ist.

Die Wissenschaftler fordern nun verstärkt Schutzmaßnahmen. So sollen Schiffe leiser werden und ihre Routen auf die der Wale einstellen. (sit)

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