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US-Gericht schützt Wale vor Schallattacke

Ein US-Bundesrichter in San Francisco hat ein wissenschaftliches Sonar-Experiment vor der kalifornischen Küste untersagt. Nutznießer dieser Entscheidung sind Grauwale, die an der Küste entlang wandern. Umweltschützer befürchten, das die Meeressäuger durch den Ultraschall schweren Schaden nehmen und die Orientierung verlieren könnten.

Der Sonar-Versuch ist von einem ozeanographischen Institut und dem National Marine Fisheries Service entwickelt worden. Es sollte geprüft werden, ob die Grauwale mit Hilfe von Sonaren von Kollisionen mit Schiffen abgehalten werden können. Dazu sollten die wandernden Grauwale drei Wochen lang mit hochfrequenten Ultraschall-Impulsen beschallt werden. Umweltschützer räumen zwar ein, dass die Population der bedrohten Wale in den vergangenen vier Jahren einen drastischen Einbruch erlitten hat, schätzen die gefährlichen Folgen des Experimentes aber höher ein als den Verlust durch Schiffskollisionen.

Die jüngste Gerichtsentscheidung ist bereits das dritte solche Urteil, das US-Richter zum Schutze von Walen getroffen haben. Im vergangenen Oktober wurde es der US-Navy untersagt, ein neues U-Boot-Aufspürsonar zu testen. Ebenfalls im Oktober ordnete ein Gericht an, dass die National Science Foundation das Erzeugen extrem lauter Knallgeräusche aus Luftkanonen im Golf von Kalifornien einstellen müsse. In der Begründung zum jetztigen Urteil weist der Richter darauf hin, dass die Wissenschaftler nicht die vorgesehenen Umweltprüfungen bei der Planung ihres Experimentes berücksichtigt hätten. (mir)

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