Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Unterwasser-Sonartests gestoppt

Ein US-Bundesrichter in San Francisco hat den sofortigen Stopp eines Schallwellenprojekts der US-Regierung im Golf von Kalifornien angeordnet. Er begründete sein Verbot mit den Gefahren, die für die Meeres-Tierwelt von den Tests ausgehen. Damit bestätigte er Vorwürfe von Tierschützern, die den Tod zweier Wale an einem mexikanischen Strand auf die Schallwellenversuche zurückführen. Aus Protest waren die Tierschützer daraufhin gegen die Sonartests der US-Forschungsbehörde National Science Foundation vor Gerich gegangen.

Mit der richterlichen Entscheidung sind laufende Forschungen im Golf von Kalifornien nun vorerst gestoppt. Da die US-Regierung den Zusammenhang zwischen den Sonartests und dem Tod der Wale aber nicht anerkennt, ist Medienberichten zufolge mit einem Einspruch gegen das Urteil zu rechnen.

Schallwellengeräte unter Wasser verursachen einen infernalischen Lärm. Da Wale und Delfine Geräusche zur Kommunikation, Orientierung und Partnersuche nutzen oder um Beute zu orten, ist der Unterwasser-Lärm für sie lebensbedrohlich. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Massenstrandungen von Walen in direktem Zusammenhang mit dem militärischen Einsatz von Sonargeräten stehen. Im März 2000 strandeten auf den Bahamas 17 Wale. Untersuchungen ergaben Blutungen im Gehirn, Lungenschäden und Verletzungen des Gehörs. In der Nähe hatten kurz zuvor militärische U-Boot-Abwehr-Manöver stattgefunden.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Schutz den Meeresschutzgebieten in Nord- und Ostsee

Meeresschutz findet in Deutschland nur auf dem Papier statt: In den zehn Offshore-Schutzgebieten in Nord- und Ostsee sind auch acht Jahre nach ihrer Ausweisung keinerlei Schutzmaßnahmen in Kraft.

Mehr zum Thema

Schleichendes Gift

Wenn Verbote zu spät kommen: Große Teile der weltweiten Orca-Bestände stehen vor dem Aussterben. Schuld ist ein Schadstoff, der seit fast 15 Jahren auf der Schwarzen Liste steht.

Zurück – oder in die Zukunft

Die Internationale Walfangkommission steht vor einem Paradigmenwechsel: Will sie weiter nur den kommerziellen Walfang regulieren – oder aktiv zum Schutz der Wale beitragen?

Erweiterung des Schlacht-Felds

Japans Wal-Schlachten, vorgeblich zu wissenschaftlichen Zwecken, geht weiter. Nun erhöht das Land die Fangquote für Minke- und Seiwale sogar – und ignoriert offizielle Beschlüsse.