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Streit um Keiko

In Norwegen, dem voraussichtlichen Winterquartier des Orca-Wals Keiko, ist zwischen verschiedenen Kommunen ein Streit um seine Beherbergung entbrannt. Die notorischen Walfänger haben den ehemaligen Free Willy-Star aber nicht in ihr Herz geschlossen, weil sie plötzlich ihre Ansichten über Wale geändert hätten. Vielmehr ist der nasse Weltstar ein Publikumsmagnet für den Tourismus.

Der menschenfreundliche Wal, der nahezu sein ganzes Leben in Gefangenschaft verbracht hat, ließ sogar Kinder auf seinem Rücken reiten - ein Traum für jeden Tourismusmanager. Du magst Keiko, komm nach Halsa heißt denn auch der neue Slogan von Halsa am Skaalvik Fjord, wo sich Keiko derzeit aufhält. Die Verantwortlichen für den Fremdenverkehr im Geiranger Fjord machen derweil Werbung für ihr alternatives Winterquartier: Der berühmteste Wal der Welt im berühmtesten Fjord der Welt. Unbestritten scheint, dass Keiko keine guten Chancen hat, den Winter in Norwegen ohne Zusatzfütterung zu überstehen.

Die Pfleger von Keiko, die ihn monatelang in Island auf seine Rückkehr in die Wildnis vorbereitet haben, betrachten den Rummel in Norwegen mit gemischten Gefühlen. Wir suchen für ihn nach einem ruhigen Ort, wo er zwar in der Nähe von Menschen ist, aber auch mit anderen Orcas in Kontakt kommt, meint Colin Baird, einer der Betreuer. So könnte der 24 Jahre alte Wal das Beste aus beiden Welten erhalten und sich eventuell sogar fortpflanzen, hofft Baird.

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