Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Stopp von Walfleischtransporten - Reeder unterstützen Greenpeace

Der Verband Deutscher Reeder VDR unterstützt die Forderung von Greenpeace, die bestehende Gesetzeslücke im Walschutz zu schließen. Der Großteil der deutschen Fischbranche will nichts für den Schutz bedrohter Wale unternehmen. Greenpeace hatte 53 Fischfirmen aufgefordert, ihre Geschäftsbeziehungen zu HB Grandi, der größten isländischen Fischereifirma, zu prüfen und beenden - doch auf freiwilliger Basis sprach sich einzig die Firma Frosta öffentlich gegen zukünftige Geschäfte mit HB Grandi aus.

  • /

Der Verband Deutscher Reeder ist mit über 200 ordentlichen Mitgliedern der größte Branchenverband des Schiffssektors. „Der Appell des Verbands Deutscher Reeder an die Bundesregierung, die Lücke im Walschutz zu schließen, ist gut. Aber eine deutliche Unterstützung für ein rechtlich verbindliches Durchfuhrverbot von Walfleisch wäre nötig gewesen", sagt Iris Menn, Meeresexpertin bei Greenpeace.

Islands Walfänger konnten bisher vor allem den Seeweg nutzen, um ihre blutige Fracht über Deutschland zu transportieren. Die Reeder tragen daran Verantwortung und sollten daher ein deutliches Zeichen setzen. Auf freiwilliger Basis sind Walfleischtransporte durch deutsche Häfen nicht zu verhindern. Ein Verbot ist der einzig richtige Schluss.

Die aktuelle Walfleischdebatte ausgelöst hatte der erfolgreiche Protest von Greenpeace-Aktivisten, die am 5. Juli im Hamburger Hafen einen Transport von sechs Containern mit Finnwalfleisch aufgedeckt hatten (Rückblick).

Wale haben keine Wahl - Altmaier bleibt untätig beim Artenschutz

Minister Altmaier hatte sich mehrfach für den Walschutz ausgesprochen. Eine Bitte des Ministers an die Betreiber der drei großen deutschen Seehäfen, freiwillig auf den Umschlag von Walfleisch zu verzichten, war jedoch die einzige handfeste Tat. Nach Kenntnis von Greenpeace haben bisher Niedersachsen und Hamburg geantwortet. Wie der Reederverband sehen auch die Häfen keine Möglichkeit, eine freiwillige Verpflichtung durchzusetzen und wollen deshalb eine solche nicht eingehen. Eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Ingbert Liebing sowie eine Kleine Anfrage der Partei Bündnis 90/Die Grünen beantwortete die Bundesregierung nur ausweichend: Man habe in der Verbotsfrage noch nicht abschließend beraten. Greenpeace hatte dem Bundesumweltministerium am 1. August eine Rechtsexpertise vorgelegt, die zeigt, dass ein Walfleisch-Transitverbot im Bundesnaturschutzgesetz verankert werden kann.

Publikationen

Weiterführende Publikationen zum Thema

Schutz den Meeresschutzgebieten in Nord- und Ostsee

Meeresschutz findet in Deutschland nur auf dem Papier statt: In den zehn Offshore-Schutzgebieten in Nord- und Ostsee sind auch acht Jahre nach ihrer Ausweisung keinerlei Schutzmaßnahmen in Kraft.

Zur Kampagne

Islands Jagd auf Wale

Hunderte Wale stehen dieses Jahr wieder auf der Abschussliste. Ein deutsches Unternehmen macht unbeirrt Geschäfte mit einer Firma, die den Walfang öffentlich unterstützt.

Alle Artikel zu dieser Kampagne

Mehr zum Thema

Keine Gnade für Wale?

Japan will weiter Wale in der Antarktis jagen - und das als Wissenschaft tarnen. Dabei verbot der Internationale Gerichtshof erst im März die Wilderei im Südpolarmeer.

Schlechte Beziehungen

Das Unternehmen Deutsche See unterstützt mit seinen Geschäften noch immer Islands Jagd auf Wale. Die Verantwortung dafür weist die Firma mit fadenscheinigen Argumenten ab.

Echter Walschutz gefordert

Japan hat auf der IWC ein neues Forschungsprogramm vorgestellt, um die Waljagd in der Antarktis durchzusetzen. Doch die IWC legt dem Vorhaben Steine in den Weg.