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Robbenschlachten in Kanada beginnt

Vor der Nordküste Kanadas beginnt - Protesten von Tierschützern zum Trotz - am Dienstag die diesjährige Robbenjagd. Bei dem weltweit größtem Abschlachten von Meeressäugetieren sollen in den nächsten Wochen mindestens 350.000 Klappmützen- und Sattelrobben getötet werden.

Die Jagd erfolgt allein aus kommerziellen Gründen: Die Robben liefern Öl und begehrte Felle. Hauptabnehmer sind Norwegen, Dänemark und China. Die Aussage des kanadischen Fischereiministeriums, die Jagd sei notwendig um die Kabeljau-Bestände zu retten, entspricht nicht den Tatsachen. Robben fressen nicht nur die Fische, sondern auch deren Jäger. Sie tragen somit zum Erhalt der Fischbestände bei und sind wichtig für das gesamte Ökosystem.

Um so erschreckender ist es daher, dass die kanadische Regierung mit einer Schlachtquote von insgesamt mehr als einer Millionen Tiere einen Rekord aufgestellt hat. Nicht einmal während der Proteste, die 1987 für ein achtjähriges Verbot der kommerziellen Robbentötung geführt haben, mussten so viele Tiere sterben.

Besonders problematisch ist der Zeitpunkt der Jagd: Im Frühling werden die Jungtiere geboren. Untersuchungen ergaben, dass 95 Prozent der getöteten Robben zwischen zwölf Tagen und vier Monaten alt sind. Erlaubt ist nur die Tötung von Tieren, die begonnen haben, ihr weißes Babyfell abzulegen. Dies ist im Alter von etwa zwei Wochen der Fall.

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