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Robben: Jagd auf die Kleinsten

Tierschützer laufen Sturm gegen eine Erwägung der kanadischen Regierung, für die nächste Fangsaison wieder die Jagd auf die derzeit geschützten, ganz jungen Klappmützen-Robben freizugeben.

Ein entsprechender Vorschlag soll Fischerei- und Meeresminister Robert Thibault im kommenden Monat unterbreitet werden.

In der diesjährigen Jagdsaison wurden nur 150 Klappmützen erlegt, obwohl die Kanadier eine Fangquote von 10.000 Tieren festgesetzt hatten. Der Grund: Das Fell der jugendlichen Klappmützen bringt auf dem Weltmarkt kaum Gewinn. Besonders begehrt ist dagegen das bläulich schimmernde Fell der Klappmützenbabies, die aber seit 15 Jahren nicht mehr gejagt werden dürfen. Etwa im Alter von 14 Monaten verlieren sie ihren Blauschimmer.

Rund 300 Nicht-Regierungsorganisationen aus aller Welt haben sich in der Internationalen Kampagne für Robben zusammengeschlossen, um gegen die neuen Pläne Kanadas zu protestieren. Nach Aussage der Tierschützer will Ottawa nicht nur das Jagdverbot für die so genannten Blaurücken aufheben sondern auch robbenfreie Zonen schaffen - Meeresgebiete, in denen die Robben gänzlich ausgerottet würden. (sit)

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