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Nachschub für die (Wal)Fleischtheke

Am Montag sind die Schiffe der japanischen Walfangflotte in ihren Heimathäfen zurückgekehrt. Auf den Ladeflächen: 440 tote Minkwale, gefangen in antarktischen Gewässern. Die Tötung der Wale diene wissenschaftlichen Zwecken, so die japanische Regierung. Das Fleisch der Tiere kommt auf den Markt.

Nach wie vor tötet Japan unter dem Deckmantel wissenschaftlicher Untersuchungen, so Greenpeace-Meeresexpertin Dr. Iris Menn. Angeblich werden die Wanderungsrouten, Bestandsentwicklungen und das Futterverhalten der Tiere untersucht, doch kaum jemand bestreitet mehr, dass die Japaner mit Walspeck und Fleisch Geld verdienen. Jährlich kommen etwa 2.000 Tonnen Walfleisch in japanische Supermärkte und Restaurants. Der Kilopreis: Bis zu 300 Euro.

Seit 1989 tötet Japan nun schon Wale unter dem Deckmantel der Wissenschaft - ungeachtet weltweiter Proteste von Tierschützern. Damit umgeht die Regierung das 1986 vom Internationalen Walfang Kommission (IWC) beschlossene Moratorium, dass den Walfang zu kommerziellen Zwecken verbietet.

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