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Japanisches Gericht lässt auf ein faires Verfahren hoffen

Schlappe für die japanische Regierung im Prozess gegen Junichi Sato and Toru Suzuki. Das Bezirksgericht von Aomori befand am Freitag, dass entlastendes Material ins Verfahren einbezogen werden müsse. Die beiden Greenpeacer stehen vor Gericht, weil sie Beweise für den Schmuggel mit Walfleisch in Japan sichergestellt haben. Die Staatsanwaltschaft klagt sie dafür des Diebstahls an.

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Es war ein Insidertipp, der die Aktivisten im Frühjahr 2008 auf die richtige Spur führte. Die Crews der japanischen Walfangflotte, so hieß es, schmuggelten mit Billigung aller Verantwortlichen Fleisch von Bord des Walfangschiffes Nisshin Maru und verkauften es teuer. Junichi und Toru gelang es, an solche Ware heranzukommen und den Schmuggel zu beweisen.

Die japanische Regierung nutzt seit vielen Jahren eine Lücke in den Bestimmungen der Internationalen Walfangkommission (IWC) aus. Die Jagd auf Wale ist verboten, der Handel mit ihrem Fleisch demzufolge illegal - es sei denn, das Walfleisch stammt aus wissenschaftlichem Fang. Die Überreste aus den Untersuchungen dürfen dann aus Regierungslagern in den Handel gebracht werden.

Unter diesem Deckmäntelchen betreibt Japan kommerziellen Walfang im Walschutzgebiet Südpolarmeer. Die getöteten Wale werden an Bord des Fabrikschiffes Nisshin Maru sofort zerlegt, das Fleisch handelsfertig portioniert. Die Welt weiß es, die IWC weiß es, Japan weiß, dass die anderen es wissen - doch handfest beweisen ließ es sich nicht. Bis zum Frühjahr 2008, als Junichi und Toru der Staatsanwaltschaft das geschmuggelte Walfleisch übergaben.

Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten. Erste Ermittlungen gegen die Schmuggler wurden schnell eingestellt, stattdessen die beiden Greenpeace-Aktivisten verhaftet. Sie verbrachten mehr als drei Wochen in Untersuchungshaft, wurden dann gegen Kaution und unter strikten Bedingungen unter Hausarrest gestellt. Ihnen drohen bis zu zehn Jahren Haft.

Die Staatsanwaltschaft beantragte, den eigentlichen Fall, den Schmuggel, gänzlich aus dem Verfahren herauszuhalten. Es handle sich um schlichten Diebstahl, alle Beweise für den zugrundeliegenden Schmuggel seien als irrelevant zu betrachten.

Diesen unsäglichen Antrag hat das Gericht in Aomori jetzt zurückgewiesen. Es forderte die Staatsanwaltschaft zudem auf, weiteres Beweismaterial für den Schmuggel freizugeben. Das könnte auch Zeugenaussagen von Angestellten der Firma Kyodo Senpaku betreffen. Das Unternehmen führt im Auftrag der japanischen Regierung den angeblich wissenschaftlichen Walfang durch.

Die Regierung hat gehofft, den Skandal unter den Tisch kehren zu können, indem sie diejenigen anklagt, die ihn aufgedeckt haben, so Jun Hoshikawa, Geschäftsführer von Greenpeace in Japan. Wenn jetzt noch weitere Beweise für den Skandal ans Licht kommen, wird am Ende der Walfang selber vor Gericht stehen.

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