Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Japanische Walfangflotte ausgelaufen

Japan jagt wieder Wale. Die Fangflotte ist am Donnerstag in Richtung Antarktis ausgelaufen. Greenpeace-Aktivisten hatten zuvor im Hafen Protestbanner entrollt. Sie forderten Japans neuen Premierminister Yukio Hatoyama auf, sich für ein Ende des Walfangs einzusetzen. Hatoyama hatte vor der Wahl versprochen, die Verschwendung von Steuergeldern zu bekämpfen. Der angeblich wissenschaftliche Walfang wird aus Steuergeldern finanziert.

  • /

Die neue japanische Regierung hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Das ist peinlich, denn wer ein Lippenbekenntnis gegen die Verschwendung von Steuergeldern und für das Aufbrechen ultranationaler Seilschaften abgibt, kommt am Walfang nicht vorbei, erklärte Meeresbiologe Thilo Maack von Greenpeace.

Japan nutzt eine Lücke im 1986 verhängten Walfangmoratorium, um zu wissenschaftlichen Zwecken Wale zu töten. Walschützer sind sich weltweit einig, dass die angeblichen Forschungszwecke nur vorgeschoben sind, um den illegalen kommerziellen Charakter der Jagd zu verschleiern.

In Japan stehen derzeit zwei Greenpeace-Aktivisten vor Gericht. Junichi Sato and Toru Suzuki hatten 2008 Beweismaterial für den illegalen Handel mit Walfleisch sichergestellt und der Staatsanwaltschaft übergeben. Doch statt gegen die Schmuggler ermittelte diese gegen die Aktivisten. Ihnen drohen nun hohe Haftstrafen wegen angeblichen Diebstahls. Ihr Antrag auf Offenlegung des Beweismaterials wurde am 18. November zum zweiten Mal abgelehnt - diesmal vom Obersten Gerichtshof in Tokio.

Die Ablehnung wird sich erheblich für die beiden Angeklagten auswirken. Sie sind dadurch der Chance beraubt zu beweisen, dass ihr Handeln einem höheren Zweck diente: den illegalen Handel mit Walfleisch aufzudecken. Der eigentliche Skandal wird weiterhin vertuscht, die uneigennützigen Aufklärer wegen Diebstahls angeklagt.

Publikationen

Wale: Die letzten Riesen der Meere

Wale sind einerseits ein Symbol für die Erhabenheit und Schönheit des Lebens selbst, andererseits stehen sie sinnbildlich für den Umgang des Menschen mit der Natur.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Schutz den Meeresschutzgebieten in Nord- und Ostsee

Meeresschutz findet in Deutschland nur auf dem Papier statt: In den zehn Offshore-Schutzgebieten in Nord- und Ostsee sind auch acht Jahre nach ihrer Ausweisung keinerlei Schutzmaßnahmen in Kraft.

Mehr zum Thema

Schleichendes Gift

Wenn Verbote zu spät kommen: Große Teile der weltweiten Orca-Bestände stehen vor dem Aussterben. Schuld ist ein Schadstoff, der seit fast 15 Jahren auf der Schwarzen Liste steht.

Zurück – oder in die Zukunft

Die Internationale Walfangkommission steht vor einem Paradigmenwechsel: Will sie weiter nur den kommerziellen Walfang regulieren – oder aktiv zum Schutz der Wale beitragen?

Erweiterung des Schlacht-Felds

Japans Wal-Schlachten, vorgeblich zu wissenschaftlichen Zwecken, geht weiter. Nun erhöht das Land die Fangquote für Minke- und Seiwale sogar – und ignoriert offizielle Beschlüsse.