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IWC: Fiasko in Sicht

Die Internationale Walfangkommission (IWC) will dem Streit zwischen Walschützern und Walfängern mit einem mehr als dubiosen Vorstoß beikommen: Sie plant offizielle Fangquoten für Island, Norwegen und Japan. Ein vollkommen inakzeptabler Vorschlag, so Meeresbiologe Thilo Maack von Greenpeace.

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Jahrzehntelang haben die Walfänger in Island, Japan und Norwegen bestehendes Völkerrecht ignoriert und die Staatengemeinschaft an der Nase herumgeführt - und jetzt sollen sie dafür belohnt werden, sagt Maack. Die Jäger werden sich ins Fäustchen lachen.

Wird der Vorschlag angenommen, dürfen die Walfänger ganz offiziell Wale im südpolaren Walschutzgebiet abschlachten. Das bisher bemühte Deckmäntelchen der Wissenschaft können sie dann getrost abstreifen.

Ein weiterer Effekt: Island ginge in punkto Walfang gestärkt in die EU-Beitrittsverhandlungen. Es hätte gute Chancen, eine Walfangextrawurst herauszuhandeln, obwohl in der EU der Walfang eigentlich verboten ist. Erst gestern hatte der Bundestag beschlossen, den Walfang mit in die Verhandlungsmasse für einen EU-Beitritt zu nehmen. Die Bundesregierung muss in dieser Sache unbedingt hart bleiben, fordert Maack.

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