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IWC auf dem Weg ins 21. Jahrhundert?

Einmal im Jahr treffen sich die Mitgliedsstaaten der Internationalen Walfangkommission (IWC), um über verschiedene Belange rund um den Walfang zu entscheiden. Die 64. Jahrestagung findet vom 2. bis 6. Juli 2012 in Panama City/Panama statt. In den Augen von Greenpeace ist die wichtigste Entscheidung die Abstimmung über das Walschutzgebiet im Südatlantik.

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Sollten die Befürworter des Walschutzes eine Dreiviertel-Mehrheit erreichen, wäre die IWC im 21. Jahrhundert angekommen, sagt Thilo Maack Meeresexperte von Greenpeace. Damit drehen sich die Debatten endgültig nicht mehr um die Verwaltung des Walfanges, sondern endlich um den Walschutz. Die IWC muss sich modernisieren und sich von einer Walfang- zu einer Walschutz-Kommission wandeln.

Das Walschutzgebiet im Südatlantik

Von der IWC beschlossene Walschutzgebiete existieren bereits im gesamten Indischen Ozean und im Südpolarmeer. Ein daran anschließendes neues Walschutzgebiet im Südatlantik wäre ein wichtiger Schritt gegen den Walfang: Es würden nicht nur massiv die Situation der Wale im Südatlantik verbessern, sondern auch der Forschung an Walen und der Walbeobachtung als nicht-tödliche Nutzung von Walen Auftrieb verleihen.

Wale und Delfine stehen heute Gefährdungen gegenüber, die es noch nicht gab als die IWC 1946 gegründet wurde. Viele verursacht der Mensch: Wale werden durch Dauergifte geschädigt, leiden Hunger durch Überfischung, enden als Beifang in Fischernetzen, kollidieren mit Schiffsschrauben und leiden unter Unterwasserlärm.

Die Rolle der EU

Die EU muss bei der IWC mit einer Stimme auftreten. Offenen Streit gibt es EU-intern über den Grönländischen Antrag, die Fangquote für den Walfang der Innuit heraufzusetzen. Es gibt aber keinen Beleg dafür, dass dadurch die Ernährung der Grönländer sichergestellt wird.

Im Gegenteil: Die Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) hat vor kurzem aufgedeckt, das Walfleisch an Touristen verkauft wird. Von Eigenbedarf kann also keine Rede sein. Grönland gehört als Außengebiet Dänemarks nicht zur EU und muss sich der EU-Gesetzgebung nicht unterordnen.

Walfang in Japan

Jedes Jahr macht die japanische Walfangflotte in den beiden Gebieten Antarktis und Nordwest-Pazifik Jagd auf Hunderte von Walen - offiziell zu wissenschaftlichen Zwecken. Im letzten Winter hat die reduzierte Walfangflotte im Südpolarmeer 267 statt der geplanten 850 Wale getötet. Zudem jagen die japanischen Walfänger im Sommer Wale im Nordwestpazifik. Aktuell wollen sie 240 Zwerg-, 50 Bryde-, 100 Sei- und 10 Pottwale töten.

Die frühere Finanzierungsquelle für den Walfang, der Verkauf von Walfleisch, ist inzwischen versiegt: 4.700 Tonnen Walfleisch aus dem Forschungswalfang lagert derzeit in japanischen Kühlhäusern - unverkäuflich.

Hier zeigt sich deutlich das mangelnde Interesse der japanischen Bevölkerung an Walfleisch. Die meisten Japaner lehnen Walfleisch ab. Vier von fünf Supermärkten und Sushi-Restaurants in Japan haben den Verkauf von Walfleisch bereits eingestellt. Damit ist der Walfang nicht nur unethisch und umweltschädlich, sondern auch völlig unökonomisch geworden.

Walfang in Island

In Island fängt Kristjan Loftson als einziger Fischerei-Unternehmer Wale. Seine offizielle Fangquote liegt bei 150 Walen. Neben Zwergwalen jagd er auch gefährdete und geschützte Finnwale. In diesem Jahr hat er Walfang allerdings abgesagt, anscheinend weil der Absatzmarkt in Japan zusammengebrochen ist.

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