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Island reduziert Walfangquote

Die isländische Regierung will ihr so genanntes wissenschaftliches Walfangprogramm auf Eis legen. Die diesjährige Abschussrate werde von 250 auf 25 Minkewale verringert.

Das ist eine gute Entscheidung und fast schon ein Sieg über die Interessen der Walfänger, kommentierte Greenpeace-Walexperte Thilo Maack. Die massiven Proteste haben gewirkt. Von dieser Entscheidung kann die isländische Bevölkerung nur profitieren.

Greenpeace hat weltweit mehr als 50.000 Unterschriften von Menschen gesammelt, die an einem Urlaub in Island interessiert sind, vorausgesetzt das Land stellt seinen Walfang ein. Der Tourismus ist in den letzten Jahren zu einer der Haupteinnahmequellen Islands geworden. Jährlich kommen 72.000 Urlauber zur Walbeobachtung. Der isländischen Wirtschaft bringt das rund zwölf Millionen Euro. Am kommerziellen Walfang verdient Island höchstens drei Millionen Euro. Der Markt für Walfleisch ist klein und sinkt weiter. Aus dem letzten Fang - 36 Minkewalen - ist immer noch ein reichlicher Vorrat übrig.

Dieser Fall zeigt, dass nach vernünftigem Abwägen keine Gründe mehr für den Walfang sprechen. Greenpeace wird daher weiter gegen den isländischen Walfang vorgehen, bis das endgültige Aus für die Schlachterei feststeht, so Thilo Maack. Vom 19. bis 22. Juli 2004 findet das diesjährige Treffen der Internationalen Walfang Kommission (IWC) in Italien statt. Greenpeace wird sich vor Ort weiter für den Walschutz einsetzen.

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