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Greenpeace rettet Delfine im Ärmelkanal

Hört auf Delfine zu töten! Zwei Greenpeace-Schwimmer haben sich am Wochenende
knapp 50 Kilometer südlich von Plymouth vor zwei schottischen Schleppnetz-Fischtrawlern in die Fluten gestürzt. Damit protestieren sie gegen den Tod vieler Delfine durch die Schleppnetzfischerei. Das Greenpeace-Schiff Esperanza ist seit zwölf Tagen in englischen Gewässern unterwegs, um Delfine vor dem Tod durch Ertrinken zu retten.

Die beiden Schwimmer hielten sich an Bojen fest, die mit Flaggen geschmückt waren: Stop Killing Dolphins (Stoppt das Töten von Delfinen), war darauf zu lesen. Doch keines der beiden Schiffe änderte seinen Kurs. Die Schwimmer gerieten in den Sog der Schiffe und mussten mit Hilfe von Schlauchbooten gerettet werden.

Doch aufgegeben haben sie deshalb nicht. Niall Bennett, Sprecher an Bord der Esperanza, berichtet wie es weiterging: Als die Schwimmer im Schlauchboot waren, haben wir zwei Bojen am Schleppnetz befestigt. Daraufhin holten die Trawler ihre Netze ein. Es scheint als konnten wir sie diesmal erfolgreich vom Fischen abhalten. Wir werden auch weiter dahin fahren, wo die Schleppnetzfischer sind.

Die Trawler Ocean Star und Ocean Crest gehören zur Fangflotte der Wolfsbarsch-Schleppnetzfischer. Die Flotte ist jedes Jahr für den Tod mehrerer Tausend Delfine im Ärmelkanal verantwortlich. Doch der britische Fischereiminister Ben Bradshaw hat es bislang versäumt, notwendige Maßnahmen zum Schutz der Delfine rund um Großbritannien zu ergreifen.

Sarah Duthie, Meeres-Expertin bei Greenpeace: Es ist bewiesen, dass Jahr für Jahr eine enorme Anzahl von Delfinen durch die Schleppnetzfischerei getötet wird, doch Bradshaw weigert sich, diese zerstörerische Form des Fischens zu verbieten. Wir mussten etwas unternehmen, um die Fischer davon abzuhalten weiter Delfine zu töten.

Greenpeace fordert die britische Regierung auf, etwas gegen den Tod der Delfine zu unternehmen. Aber es ist nicht allein ein englisches Problem. Der Beifang von Delfinen und anderen Meerestieren in Schleppnetzen ist ein weltweites Problem. Schätzungsweise kommen auf diese Art jährlich 300.000 Wale, Delfine und Schweinswale ums Leben. 23 Prozent des weltweiten Fangs wird tot zurück ins Meer geworfen. (us)

Möchten auch Sie etwas gegen das Delfintöten unternehmen? Auf der Seite unserer britischen Kollegen erfahren Sie (auf Englisch), was Sie tun können - schicken Sie zum Beispiel ein Protestfax online an Joe Borg, den Fischerei-Kommissar der EU.

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