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Greenpeace dokumentiert Islands Walfang

Den Minkewal fangen, in kleine, blutige Stücke zerlegen und dann ab mit ihnen in den Container! So sieht die Arbeit der Walfänger auf dem isländischen Walfangschiff Sigurbjörg aus. Davon konnte sich die Besatzung des Greenpeace-Flaggschiffs Rainbow Warrior am Dienstag vor der Küste von Isafjordur, im Nordwesten von Island, mit eigenen Augen überzeugen. Greenpeace gelang es, das Walschlachten zu dokumentieren, bevor das Walfleisch in Containern verpackt in den Hafen gebracht wurde.

Insgesamt 38 Minkewale will die isländische Regierung innerhalb von sechs Wochen töten lassen. Bisher begründete die Regierung die Waljagd damit, die Rolle der Wale im Meeresökosystem rund um die Insel genauer bestimmen zu wollen. Doch Gerd Leipold, der Geschäftsführer von Greenpeace International, hat schon vor Wochen zum Beginn der Waljagd gewarnt: Das ist schlicht und ergreifend der Versuch der isländischen Regierung, den kommerziellen Walfang wieder aufzunehmen.

Gegenüber der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo News International gab der isländische Premierminister David Oddsson in der letzten Woche zu, dass die Regierung die Aufnahme des kommerzielle Walfangs erwäge: Auch wenn es keine Exportmärkte für isländisches Walfleisch gebe, werde Island kommerziellen Walfang zumindest für den nationalen Verbrauch betreiben. Die Regierung macht ihre Entscheidung, ob es einen Walfang in großem Ausmaß gibt, vorwiegend vom Exportmarkt Japan abhängig. Dort gilt Walfleisch noch als Delikatesse, für die viel Geld gezahlt wird.

Die isländische Regierung kann ihre Pläne zum kommerziellen Walfang gleich wieder fallen lassen, sagt Frode Pleym, Greenpeace-Sprecher auf der Rainbow Warrior. Es wird niemals einen Export von Walfleisch nach Japan geben. Dies wird der internationale Druck, und ironischerweise die enorme Giftkonzentration in der fettreichen Speckschicht der Meeressäuger, verhindern. Der Schadstoffgehalt durch Umweltgifte einiger von Greenpeace untersuchter Pottwale vor vier Jahren war so hoch, dass die Tierkadaver als Sondermüll entsorgt werden mussten.

Den internationalen Druck fürchten vor allem die Walbeobachtungs-Unternehmen, die sich deshalb vehement gegen den Walfang in Island aussprechen. Ich will eine kurze Botschaft an die Regierung richten, sagt Fridrik Sigurdsson, der Vorsitzende des Handelsrats der Stadt Husavik.Stoppt den Walfang für immer! Die Walbeobachtungs-Branche ist enorm wichtig für uns. Ihr Ausbau ist jedoch kaum möglich, wenn Island weiterhin ein falsches Signal sendet, indem es Wale fängt. Gerade für Husavik wäre es ein Desaster.

Bisher konnten Whale-Watching-Unternehmen, die sich in Island überwiegend in den letzten zehn Jahren etabliert haben, zusammen rund achteinhalb Millionen US-Dollar erwirtschaften. Die isländische Tourismusbranche insgesamt kommt auf mehr. Doch seit Beginn der Waljagd haben zahlreiche Touristen aus Protest ihre Reise abgesagt.

Greenpeace bot der isländischen Regierung deshalb vor zehn Tagen an, der Öffentlichkeit verstärkt Ökoreisen nach Island anzuraten. Zugleich fordert Pleym: Im Gegenzug erwarten wir, dass Island keine weiteren Wale tötet!

Greenpeace und zahlreiche Walbeobachtungs-Unternehmen warten zurzeit auf eine Antwort aus Reykjavik. Wir erwarten von der Regierung endlich eine Antwort auf das Greenpeace-Angebot - und zwar eine positive. Der Vorschlag von Greenpeace ist gut für die isländische Bevölkerung, für den Tourismus und für die Umwelt, urteilt Sigurdsson.

Mit der Rainbow Warrior macht Greenpeace zurzeit eine Tour rund um die Insel. An jeder Station will Greenpeace mit der Bevölkerung einen Dialog anknüpfen: Indem Greenpeace-Aktivisten die Bevölkerung über die Nachteile von Walfang und die Vorteile der Whale-Watching-Branche und Ökotourismus informieren, wollen sie den lokalen Druck auf die Regierung verstärken. (nic)

Auch Sie können etwas gegen das Töten der Wale vor Island tun! Schreiben Sie an den isländischen Botschafter in Deutschland und fordern Sie ihn auf, den Wiedereinstieg in den Walfang aufzugeben.

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