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Finnwal macht die Kieler Förde unsicher

Ein Finnwal ist am Dienstag in der Kieler Förde aufgetaucht: Im Hafenbereich konnte das Tier nachmittags hin und wieder gesichtet werden. Da Finnwale scheue Tiere sind, empfiehlt der Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack, das Jungtier nur vom Ufer aus zu beobachten.

Bereits am Vortag ist der erst 15 Meter lange Finnwal in der Kieler Förde entdeckt worden. Vermutlich ernährt sich das Jungtier dort von Sprotten. Der Wal ist etwa drei bis vier Jahre alt und augenscheinlich gut ernährt, schätzt Maack. Bei einem angenommenen Gewicht von 20 Tonnen frisst der Wal rund eine halbe Tonne Fisch am Tag.

Im Sommer fressen sich die Tiere einen Speckpelz an, um ihre Fettreserven aufzufüllen, erklärte Maack weiter. Wenn nicht ausreichend Nahrung vorhanden ist, setzen Finnwale ihre Wanderschaft fort. Maack stellt jedoch klar, dass der Finnwal seinen Weg aus der Förde alleine finden muss. Dabei kann ihm keiner helfen.

Sportbootfahrer sollten die Bereiche meiden, in denen der Meeressäuger gesehen worden ist. Vor allem Außenbordmotoren von Schlauchbooten können den Wal in Panik versetzen, warnt Maack. Das kann zu unkontrollierten Reaktionen führen. Auf eine Kollision mit einem Schiff ist vermutlich auch eine Verletzung des Finnwals nahe der Rückenfinne zurückzuführen. (nic)

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