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Delfin-Ausverkauf auf den Salomonen

Die Salomon Inseln - nordöstlich von Australien gelegen - verkaufen ihre Delfine. Begleitet von Vertretern der Fischerei- und der Umweltbehörde wurden am Dienstag 28 Tiere nach Cancun in Mexiko geflogen. Die Reise, die die Tiere antreten mussten, entspricht einer Strecke von Hamburg nach Kapstadt. Weitere 60 der Meeressäuger sollen demnächst verschifft werden. Insgesamt wurden Medienberichten zufolge rund 200 Delfine gefangen, die an ausländische Delfinarien verkauft werden sollen.

Der Handel mit Delfinen ist Teil eines Ausverkaufs der Natur, mit dem die Inselgruppe im Pazifik vergeblich ihre marode Wirtschaft zu sanieren versucht. Seit den ethnischen Auseinandersetzungen im Jahre 2000 ist die Situation auf den Salomonen stetig schwieriger geworden. Nach Ansicht des Greenpeace-Meeresexperten Pio Manoa nutzen ausländische Geschäftemacher die verzweifelte wirtschaftliche und soziale Lage auf den Salomonen schamlos aus.

Unterstützt wird die Ausbeutung der Inseln durch die Korruption der industriellen Holzwirtschaft, erklärte Manoa. Wälder und Fischbestände werden hemmungslos dezimiert. Von den Gewinnen sieht die Bevölkerung vor Ort so gut wie nichts. Die Salomonen werden gezwungen, ihre Zukunft für ein Kurzzeitgeschäft zu verhökern.

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