Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Laura Holderied: Delegierte in Malaysia

Laura Holderied, aus Würzburg, ist erst 15 und schon jetzt Urwald- und Meeresbotschafterin auf der UN-Artenschutzkonferenz (CBD) in Kuala Lumpur/Malaysia. Als deutsches Mitglied einer internationalen Kinder- und Jugenddelegation von Greenpeace, den Kids for Forests, wird sie kommende Woche den Politikern auf den Zahn fühlen und sie an ihre Zusagen erinnern, sich konsequent gegen das Artensterben auf unserem Planeten stark zu machen.

Dafür überreichen Laura und die Kids for Forests in Malaysia ihren politischen Vertretern eine Schatzkiste, die, gefüllt mit Gedichten, Liedern, Bildern und Exponaten, die Urwälder und Meere als Schatzkammern unserer Erde symbolisiert. Im Vorfeld der Konferenz statteten Laura und die Kids for Forests bereits Umweltminister Jürgen Trittin einen Besuch in Berlin ab und übergaben ihm in Form einer Schatzkarte ihre Forderungen für Malaysia.

Greenpeace Online: Du bist in einem Greenteam aktiv. Wie kann man sich das vorstellen?

Laura: Als ich zwölf Jahre alt war, gab es das Tankerunglück vor den Galapagos-Inseln. Das hat mich so aufgeregt, dass ich unbedingt etwas machen wollte, um meinen Protest auszudrücken. Gemeinsam mit meiner Klasse und einigen Freunden haben wir dann über 700 Unterschriften gegen die Verschmutzung der Meere gesammelt. Danach habe ich bei Greenpeace ein Greenteam gegründet, um mich weiter für die Umwelt zu engagieren. Die Anzahl der Greenteam-Mitglieder und die Themen haben sich dann im Laufe der letzten drei Jahre immer wieder geändert. Zur Zeit arbeiten wir mit drei bis sechs Jugendlichen zwischen 15 und 16 Jahren am Thema Wald.

Greenpeace Online: Welche Aktionen habt ihr schon für den Schutz der letzten Urwälder gemacht?

Laura: Wir haben auf einem Greenteam-Camp ein riesiges Banner gemalt. Darauf sind sieben Urwaldtiere abgebildet, die symbolisch für die letzten großen Urwaldregionen der Erde stehen. Das sind ein Huemul-Hirsch aus den Anden, ein Orang-Utan aus den Regenwäldern Südostasiens, ein nordamerikanischer Wolf, ein europäischer Braunbär, der sibirische Tiger, ein Jaguar aus dem Amazonas und ein afrikanischer Waldelefant. In der Mitte steht Kids for Forests, quasi als Vertreter dieser aussterbenden Arten.

Vor kurzem haben wir in der Würzburger Innenstadt einen Informationsstand zur Lage der Urwälder und Meere gemacht. Dabei kamen wieder über 700 Unterschriften zusammen, mit denen wir dann zu den Copy-Shops gegangen sind, um für den ausschließlichen Einsatz von Recyclingpapier zu werben. Es ist unglaublich, dass Jahrtausende alte Urwaldriesen zum Beispiel einfach zu Klopapier und billigem Baumarktholz verarbeitet werden!

Greenpeace Online: Was haben die Kids for Forests in Malaysia vor?

Laura: Die Kids for Forests werden in Malaysia von Kindern aus 14 Ländern vertreten sein. Sie kommen zum Beispiel aus Kamerun, Russland, Thailand und aus vielen europäischen Ländern. Wir werden im Konferenzgebäude eine Schatzinsel aufbauen, auf der wir die politischen Delegierten über unsere Forderungen informieren. Höhepunkt der Kids for Forests Aktionen in Kuala Lumpur wird eine Demonstration (Prozession ist religiöse Zeremonie, zur Demo-Anmeldung ok, aber nach außen lieber Demo) zum Konferenzgebäude sein, wo wir einigen Delegierten jeweils eine Schatztruhe überreichen wollen, die sie an den Schutz der Urwälder und Meere als Schatzkammern dieser Erde erinnern soll.

Wenn die Politiker sehen, dass sich so viele Kinder und Jugendlichen aus so vielen Ländern auf den Weg gemacht haben, um Hand in Hand für die Urwälder und Meere gerade zu stehen, so hoffe ich, dass sie dann auch etwas für unsere Zukunft tun. Schließlich verwalten sie ja unser ökologisches Erbe.

Greenpeace Online: Bist du schon aufgeregt? Immerhin geht es zu einer UN-Konferenz!

Laura: Also, erst einmal denke ich, dass Malaysia für die Kids for Forests eine super Chance ist: Wir sind direkt dabei, wenn Entscheidungen getroffen werden und können die Politiker hoffentlich in unserem Sinne motivieren und dadurch etwas bewegen. Klar, bin ich auch aufgeregt, Malaysia ist ja ganz schön weit weg. Aber die Freude darauf, etwas für die Urwälder und Meere zu tun, überwiegt.

Greenpeace Online: Womit beschäftigst du dich sonst noch in deiner Freizeit?

Laura: Mit Sport. Ich tanze ganz viel: Ballett, modern dance... Sonst spiele ich noch Volleyball und gehe Joggen. Überhaupt bin ich gerne in der Natur. Aber das Wichtigste ist vielleicht Lesen. Ich lese alles, was mir in die Hände fällt!

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Unequal Impact

Menschenrechtsverletzungen bei Frauen und Kindern nach dem Atomunfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi. Report in englischer Sprache.

Einkaufsratgeber Fisch

Die Meere und ihre Fischbestände müssen geschützt werden – und jeder Verbraucher kann dazu beitragen: mit der sorgfältigen Auswahl beim Fischeinkauf. Stammt der Fisch aus nachhaltigem Fang? Ist die Art bedroht? Oder gar schon überfischt?

Mehr zum Thema

Baby-Brei fürs Fischgericht

In China werden jährlich vier Millionen Tonnen junger Wildfische zu Brei zermahlen und an Fische in Aquakulturen verfüttert. Ein Desaster für das Ökosystem Meer.

Bild im Bild

Nick Brandts großformatige Tieraufnahmen stehen mahnend in afrikanischen Industrielandschaften – Geister einer unwiederbringlich verlorenen Vergangenheit.

Zukunft für den Großen Bären

Großer Erfolg in Kanada: Mehr als drei Millionen Hektar des Great-Bear-Regenwaldgebietes sind endlich langfristig vor Abholzung geschützt – ein Gebiet der Größe von Belgien.