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Eine Auszeichnung der anderen Klasse

Schon der kurzer Blick auf eine Weltkarte zeigt: Kanada, Japan, Brasilien und Australien könnten kaum weiter von einander entfernt liegen. Schaut man jedoch in diesen Tagen nach Bonn, wo sich die Vereinten Nationen auf der Konferenz für Biologische Vielfalt (CBD) treffen, sieht das anders aus. Denn eines haben diese Länder gemeinsam: die Nominierung für den Golden Chainsaw Award.

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Der Golden Chainsaw Award (Preis der Goldenen Motorsäge) wird seit mehren Jahren von Greenpeace auf der CBD verliehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Auszeichnungen, ist diese nicht sehr beliebt. Vermutlich liegt das in der Begründung für die Nominierung. Ausgewählt werden nur die Länder, die Neuerungen zum Schutz der Artenvielfalt verhindern.

In der ersten Woche der Konferenz ist es meist noch nicht klar, welche Positionen von welchen Ländern unterstützt oder was von ihnen boykottiert wird. Deshalb gab es in der ersten Woche nur zwei Nominierungen: Kanada und Brasilien. Diese machten von Anfang an klar, dass sie Schutzmaßnahmen boykottieren, die nicht in ihrem Interesse liegen. Leider sind sie nicht allein geblieben. In dieser Verhandlungswoche gesellen sich weiter Kandidaten für den Golden Chainsaw Award dazu.

So kann sich Japan zu den Glücklichen zählen. In den laufenden Verhandlungen versuchen die japanischen Delegierten alle verbindlichen Übereinkommen zum Schutz der Biodiversität zu untergraben. Sie weigern sich standhaft gegen Projekte und konkrete Maßnahmen zur Finanzierung von Schutzgebieten. Zudem fordern sie, das sofortige Löschen eines Absatzes im Vereinbarungsentwurf, in dem G8-Staaten aufgerufen werden, Finanzierungsprojekte für Schutzgebiete zu unterstützen.

Doch Japan, Kanada und Brasilien sind nicht allein, wenn es darum geht Verhandlungen zu untergraben und konkrete Vorschritte zu verhindern. Auch Australien macht auf sich aufmerksam. In einer Arbeitsgruppe zu Oceans Fertilisation gaben sie erst gar nicht vor, sich mit den Vorschlägen anderer Länder auseinander zu setzen. Anstatt den bestehenden Text weiter zu entwickeln, brachten sie einen neuen Text ein. Veränderter Inhalt, veränderter Fokus.

So kommen die Delegierten in den Verhandlungen nicht weiter. Und leider wird diese Methode von vielen Ländern angewandt - die sogenannte Verzögerungstaktik. Noch haben die Delegationen drei Tage Zeit, die Richtung zu wechseln. Einschwenken in die Richtung zum Schutz unseres Planeten und damit von uns und unseren Kindern. Der Golden Chainsaw Award wird am Ende der CBD ausgelobt.

(Autorin: Janine Lück)

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