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Zweite Phase der Arktis-Expedition beginnt

Die Esperanza ist in Spitzbergen. Dort wird sie die nächsten Wochen unbekannte Teile der Tiefsee kartieren und den Fischfang dokumentieren. Die Arktic Under Pressure-Expedition geht damit in die zweite Runde. Ein neuer Faktor, der die Arktis unter Druck setzt, rückt in den Mittelpunkt: Große Regionen der Arktis sind nicht mehr ganzjährig durch Eis geschützt. Da es keine Fischerei-Gesetze für die nun frei zugänglichen Bereiche gibt, nutzt die Fisch-Industrie ihre Chance und zieht nach Norden.

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Dabei zerstören sie mit ihren Grundschleppnetzen den Meeresgrund. Dort befinden sich empfindliche Ökosysteme, die noch kaum erforscht sind. Für die zweite Phase der Arktis-Expedition hat die Esperanza deshalb den Tiefsee-Roboter ROV (Remote Operated Vehicle) an Bord genommen. Mit ihm können unentdeckte Wunder der Tiefsee gefilmt, aber auch die bereits fortgeschrittene Zerstörung durch die Netze dokumentiert werden. Opfer der Grundschleppnetze sind meist Kaltwasserkorallenriffe und Schwammfelder. Da sie der Lebensraum für viele andere Tiere und Pflanzen sind, ist ihre Zerstörung fatal.

Greenpeace fordert einen sofortigen Stopp der Fischerei in den nun eisfreien Gebieten. Außerdem fordert Greenpeace Gesetze, die die Arktis vor Überfischung schützen. Wichtige Grundlage der Gesetze ist eine Kartierung der Tiefsee. Ein Anfang wird nun mit der Esperanza gemacht und ein Teil der Tiefsee in der zweiten Phase der Expedition kartiert. Iris Menn berichtet im Blog über die Entdeckungen.

In der ersten Phase hatten die Wissenschaftler an Bord der Esperanza mit Experimenten begonnen, die zeigen, welche Folgen eine Versauerung der Meere hat. Martin Kaiser hat sie an Bord begleitet und in seinem Blog darüber berichtet.

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