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Zensur: Formel1 sperrt Greenpeace-Video

Das "Formel1-Management" hat am Dienstag (27. August) einen Greenpeace YouTube-Clip von der Siegerehrung nach dem Formel1-Grand Prix in Belgien sperren lassen. Aktivisten hatten während der Siegerehrung gegen Shells Arktis-Projekt protestiert. Shell ist ein Hauptsponsor des Rennens in Spa. Auf YouTube heißt es, das Video sei wegen eines "Urheberrechtsanspruchs" nicht mehr verfügbar.

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"Es ist unglaublich, wie die Formel1 Bosse versuchen, die freie Berichterstattung einzuschränken", sagt Jörg Feddern, Ölexperte von Greenpeace. "Es drängt sich die Vermutung auf, dass die starken wirtschaftlichen Verflechtungen zu Shell der Grund für die Zensur sind. Anstatt sich mit der Kritik an den geplanten Ölbohrungen in der Arktis auseinanderzusetzen, wird die Berichterstattung eingeschränkt." Bereits eine Stunde nach Beginn der Sperre hat die Umweltorganisation das Video unter vimeo.com/73215350 erneut veröffentlicht.

Bei dem  Formel1-Rennen in Spa, Belgien hatten Greenpeace-Aktivisten am Sonntag gegen Shells Pläne für Ölbohrungen in der Arktis protestiert. Während der Siegerehrung entrollten sie zwei ferngesteuerte Banner mit der Aufschrift "SaveTheArctic.org" vor der Bühne – eine Blamage für Shell, die das Formel1-Management jetzt zensieren will. "SaveTheArctic.org" verweist auf die internationale Greenpeace-Petition zum Schutz der Arktis, die bereits mehr als 3,7 Millionen Menschen unterschrieben haben. Schon vor der Siegerehrung hatten die Aktivisten das Rennen genutzt, um mit Bannern gegen die Pläne des Ölkonzerns zu protestieren.

Geplante Ausbeutung der Arktis

Shell ist einer der Konzerne, die in der fragilen Arktis nach Öl bohren wollen. Fünf Milliarden US-Dollar hat das Unternehmen bereits in das Projekt investiert. Denn durch die globale Erwärmung schmilzt die Eisschicht und macht zuvor unerreichbare Ölvorkommen erschließbar. Die Förderung des arktischen Öls würde aber nicht nur den Klimawandel weiter anheizen, sondern bei einem erneuten Unfall auch das extrem anfällige Gebiet schwer schädigen.

Einen schweren Ölunfall kann Shell unter den schwierigen Bedingungen der Arktis nicht ausschließen. Im vergangenen Jahr sind eine Bohrplattform und ein Bohrschiff des Konzerns vor der Küste Alaskas auf Grund gelaufen. Shells Ausrüstung für einen Ölunfall fiel bei behördlichen Tests durch. Daraufhin musste Shell seine Pläne für dieses Jahr erst mal unterbrechen.

Wer Greenpeace bei der internationalen Kampagne gegen Shell unterstützen möchte, kann die Petition auf www.savethearctic.org unterschreiben und über Twitter und Facebook online gegen die Pläne des Konzerns demonstrieren. Mehr als 200 000 Twitter- und Facebook-Meldungen sind auf der entsprechenden Seite der #StopShell-Online-Demo eingegangen.

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