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Tankerunfall in Russland

In der Arktis ist ein Öltanker verunglückt. Am 4. September kollidierte der russische Tanker "Nordvik" in der östlichen Karasee mit einer Eisscholle. Russische Medien berichten, dass der Zusammenstoß ein Loch in einen der Ballasttanks des Einhüllentankers gerissen hat.

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Der Tanker ist 138 Meter lang, 28 Jahre alt und hat knapp 5000 Tonnen Dieselöl geladen. Die "Nordvik" hat eine Eisklasse für leichten Eisgang. Nach Medienberichten soll die Eisdrift zum Zeitpunkt des Unfalls aber als "medium" eingestuft worden sein. Bisher gibt es keine Auskunft der Behörden darüber, ob Dieselöl aus dem Havaristen ausgetreten ist.

"Bis jetzt scheint die Region an einem größeren Desaster vorbeigeschrammt zu sein. Aber dieser Unfall ist ein klassisches Beispiel dafür, warum Öl und die Arktis nicht zusammenpassen. Schiffe, die für die Arktis nicht gerüstet sind, laxe Vorschriften, keine Ausrüstung zur Bekämpfung von Öl, keine Rettungskapazitäten und letztlich das Eis der Arktis – alles Zutaten für ein mögliches Desaster. Erst 6 Tage nach dem Unfall ist Hilfe vor Ort eingetroffen", sagt Jörg Feddern, Ölexperte bei Greenpeace.

Zwischenzeitlich ist ein weiterer Tanker, die "Boris Vilkitsky" am Unglücksort angekommen. Der Tanker wird vermutlich die Ladung von der havarierten "Nordvik" übernehmen. Auch mehrere Eisbrecher halten sich inzwischen in der Umgebung auf.

 

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