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Shell startet Ölbohrung in der Arktis

Medienberichten zufolge hat Shell gestern mit seinem 4,5 Milliarden Dollar teuren Arktis-Bohrprogramm begonnen. In den vergangenen drei Monaten hat sich Shell langsam immer weiter in Richtung auf eines der empfindlichsten Ökosysteme auf dem Planeten vorgearbeitet. Immer wieder kam es dabei zu Verzögerungen und Beinahe-Katastrophen.

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Shell ignoriert weltweit Wissenschaftler sowie Millionen von Menschen, die die Arktis schützen wollen. Und Shell hat in diesem Sommer bewiesen, dass Ölkonzerne nicht gerüstet sind, um mit den besonderen Herausforderungen des Betriebs in der Arktis umgehen zu können. sagt der stellvertretende Kampagnendirektor von Greenpeace USA, Dan Howells.

Greenpeace ist mit dem Protest gegen Shell nicht allein

Die britische Band Radiohead stellt für musikalische Arktisschützer 3 x 2 Eintrittskarten für Konzerte in Berlin (am 29.09. und 30.09.) und Köln (15.10.) zur Verfügung.

Die Arktisschützer sollten einen kurzen Song mit 90 Sekunden Länge schreiben, in denen die Zeilen "Schützt die Arktis" oder "Save the Arctic" enthalten sind und konnten so Konzertkarten gewinnen. Die Videos wurden auf der Facebookseite von Greenpeace und auf Youtube veröffentlicht. Die glücklichen Gewinner der Konzertticktes sind:

Totti & Dr Mole: Save the Arctic (A song for Greenpeace) (Zum Video)

André Schneider und Diana Stöhr: White Crown (Zum Video)

Lars Hoff: Eisbär-WG (Zum Video)

Ölunfälle nicht beherrschbar

Shell und Gazprom sind die ersten großen internationalen Ölkonzerne, die die Ausbeutung der Arktis in ihren Fokus stellen. Wenn bei den Bohrungen in diesem Sommer von Shell vor Alaska und Gazprom in der Petschora-See Öl gefunden wird, werden andere Öl-Konzerne mit Milliardeninvestitionen nachziehen und ebenfalls in die Region gehen.

Experten vermuten etwa 90 Milliarden Barrel (ein Barrel = 159 Liter) Öl in der Arktis. Der größte Teil davon lagert unter dem Meeresboden. Diese Menge würde reichen, um den derzeitigen Weltverbrauch für etwa drei Jahre zu decken.

Das Ökosystem der Arktis ist eine der gegen Ölunfälle verwundbarsten Regionen auf dieser Welt. Experten warnen, dass es bisher keine Methode gibt, einen großen Ölunfall in dieser Region zu beherrschen. Niedrige Temperaturen, Eisbedeckungen und lange Dunkelperioden verlangsamen den natürlichen Abbauprozess des Öls deutlich, das Öl verbleibt damit lange Zeit im Ökosystem.

Auf der Webseite savethearctic.org haben bereits mehr als eineinhalb Millionen Menschen für den Schutz der Arktis unterzeichnet.

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