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Shell-Bohrinsel auf Grund gelaufen

Shells Ölbohrinsel "Kulluk" ist vor Alaska auf Grund gelaufen. Obwohl bislang noch kein Öl ausgetreten sein soll, bleibt das Risiko einer Ölverschmutzung aber bestehen. Dies ist ein weiterer Rückschlag bei Shells Plänen, in der Arktis nach Öl zu bohren.

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Über eine halbe Million Liter Diesel, 45.000 Liter Schmieröl und andere Ölprodukte befinden sich auf der Bohrinsel. Zur Zeit der Havarie war sie auf dem Weg nach Seattle, wo sie überholt werden sollte. Die Bohrinsel wurde 1983 gebaut und sollte eigentlich verschrottet werden, doch Shell kaufte sie 2005 und rüstete sie wieder auf.

Im Golf von Alaska löste sich die Bohrinsel am Dienstag von ihrem Schleppschiff "Aiviq". Aufgrund starker Stürme konnte sie nicht wieder befestigt werden. Auch die US-Küstenwache konnte wegen des Wetters den Zustand der Kolluk nicht genau feststellen. Luftaufnahmen deuten darauf hin, dass bisher kein Öl ausgetreten ist.

"Das die Bohrinsel, in der sich hunderttausende Liter Heizöl befinden, auf Grund gelaufen ist, ist nur ein weiteres Beispiel für die völlige Unfähigkeit des Konzerns", sagt Ben Ayliffe, Arktis-Experte von Greenpeace. "Es zeigt, dass es nicht möglich ist eine Bohranlage in einer der abgelegendsten und extremsten Regionen dieser Erde sicher zu betreiben. Shell hangelt sich von einem Unglück zum nächsten."

Ölbohrungen von Shell bedrohen die Arktis

Bereits 2012 hatte Shell Schwierigkeiten, mit den Wetterverhältnissen in der Arktis zurecht zu kommen. Das Bohrschiff "Noble Discoverer", mit dem Shell nach Öl bohren wollte, war in der Nähe von Dutch Habour auf Grund gelaufen.

Wegen der extremen Wetterbedingungen und niedriger Temperaturen sind die Ölbohrungen in der Arktis ein unkalkulierbares Risiko. Zudem ist das Zeitfenster für die Aktivitäten sehr begrenzt: Nur in den Sommermonaten stellt das Eis kein Hindernis beim Bohren dar. Das Beseitigen von ausgelaufenem Öl in der Polarregion ist so gut wie unmöglich. Deshalb fordert Greenpeace Shell erneut auf, in der Arktis nicht nach Öl zu bohren.

Ben Ayliffe ergänzt: "Statt den hohen Norden den Ölfirmen zu überlassen, müssen wir diese fragile Region vor rücksichtsloser Industrialisierung schützen. Greenpeace und die Millionen von Menschen, die sich uns angeschlossen haben die Arktis zu retten, werden die Entwicklungen in Kodiak aufmerksam beobachten."

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