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Kinder und Jugendliche protestieren bundesweit

"Schützt meinen Eisbären!"

Mehr als 250 Kinder und Jugendliche sammeln am Samstag (14.September) bundesweit Unterschriften für den Schutz der bedrohten Arktis. In etwa 50 Städten, darunter Hamburg, München, Berlin und Karlsruhe, stellen Greenteams Infostände auf und fordern: "Schützt meinen Eisbären!"

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"Wenn sich unsere Jüngsten bereits so engagiert zeigen, muss dies für die Erwachsenen Ansporn sein, ebenfalls ihr Bestes für die Arktis zu leisten", sagt Christoph von Lieven, Sprecher von Greenpeace. "Auch die deutsche Bundesregierung muss ihren internationalen Einfluss geltend machen und sich für den Schutz der Arktis einsetzen." Denn das empfindliche Ökosystem ist bedroht von Klimawandel und Industrie.

Auch auf ihrer neuen Internetseite informieren die Greenteams über die Gefahren für die Arktis. Mit vielen Bildern und Videos werden Klimawandel, Ölförderung, Fischerei und Artensterben anschaulich erklärt. Besucher können eine digitale Protestkarte an die Politik schreiben und den Schutz "ihres Eisbähren" fordern. 25.000 Stück sollen insgesamt zusammenkommen - das entspricht der gegenwärtigen Eisbären-Population. Die gesammelten Postkarten übergibt Greenpeace Ende des Jahres den zuständigen Politikern in Berlin.
Ölkonzerne wollen die Arktis ausbeuten

Derzeit lässt Shell die Küste vor Alaska, der russische Ölkonzern Rosneft die vor der russischen Arktis seismologisch untersuchen. Vor einigen Wochen hat Shell außerdem eine Kooperation mit Gazprom angekündigt, um gemeinsam in der russischen Arktis nach Öl zu bohren. Gazproms Offshore-Ölprojekt in der Arktis ist bisher gekennzeichnet von Verzögerungen, Missachtung von Sicherheitsstandards und unzureichenden Notfallplänen. So verzögert sich der Förderbeginn der Prirazlomnaya-Plattform in der russischen Petschorasee aufgrund technischer Probleme schon seit Jahren.

Nach Meinung von Greenpeace ist keiner der Ölkonzerne gut genug gerüstet, um bei einem Unfall austretendes Öl wirksam bekämpfen zu können. Extreme Wetterbedingungen und die große Entfernung zu jeglicher Notfall-Infrastruktur wie Schiffen, Flugplätzen und Ölauffangmöglichkeiten können jeden größeren Ölunfall zur Katastrophe werden lassen.

Die Greenteam-Aktionen sind Teil der internationalen Greenpeace-Kampagne zum Schutz der Arktis. Seit rund zwei Jahren setzt sich Greenpeace für die Arktis ein und fordert ein Schutzgebiet rund um den Nordpol. Werden auch Sie aktiv - auf www.savethearctic.org.

 

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