Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Schiffshavarie im Arktis-Schutzgebiet Bäreninsel

Ein Kühlschiff der russischen Fischereiflotte ist in der Barentssee verunglückt. Die Petrozavodsk lief an der Bäreninsel auf Klippen auf und wurde dabei schwer beschädigt. Die Mannschaft konnte per Hubschrauber gerettet werden. Austretendes Dieselöl bedrohte zwei Tage lang die arktische Region zwischen Spitzbergen und dem Nordkap.

  • /

Die Bäreninsel, norwegisch Bjørnøya, ist samt umliegenden Gewässern seit 2002 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. An ihren steilen Felsen nisten gerade zu dieser Jahreszeit unzählige Seevögel, darunter die selten gewordene Trottellumme. Nach dem Unglück wurden tote Vögel im Wasser gesichtet. Das Ausmaß der Schädigung ist aber derzeit unklar.

Klippen und raues Wetter erschweren der norwegischen Küstenwache die Bergung des gestrandeten Schiffes. Die Behörden fürchten, dass die Petrozavodsk bei dem Versuch, sie wieder flottzumachen, sinken könnte. Laut Lloyd's List vom 14. Mai besteht zudem die Gefahr, dass der Aufprall auf die Klippen eine Felslawine nach sich zieht.

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist noch unklar. Das Kühlschiff soll direkt aufs Land zugefahren sein. Die Strandung der Petrozavodsk ist bereits der dritte Schiffsunfall in der Region in diesem Jahr. Umweltschützer warnen seit langem vor den Risiken, die mit dem Schiffsverkehr im sensiblen arktischen Meeresgebiet verbunden sind.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Das Wegwerfprinzip

„Bioplastik“, „Chemisches Recycling“ – so was klingt erst mal gut, ist es aber nicht. Der Report „Das Wegwerfprinzip“ beschreibt, mit welchen Tricks multinationale Konzerne die Öffentlichkeit täuschen.

Mehr zum Thema

Übles Mehr in Meeresfrüchten

Plastik ist überall. Erst im Supermarktregal, dann im Meer – und wieder auf dem Teller: Eine Greenpeace-Untersuchung belegt Mikroplastik-Funde in vielen Fischeinkäufen.

Tiefseeparadies im Atlantik

Die Tristan Languste galt als ausgerottet am Tiefseeberg Vema. Eine Greenpeace-Expedition konnte jetzt ihre Rückkehr dokumentieren – dank  eines 2007 verhängten Fischereiverbots.

Dreckiges Ölgeschäft

Shell will alte Plattformen mit 11.000 Tonnen Öl in der Nordsee verrotten lassen. Dagegen protestieren seit heute Morgen Greenpeace-Aktivisten und kletterten auf zwei Plattformen.