Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Schiffshavarie im Arktis-Schutzgebiet Bäreninsel

Ein Kühlschiff der russischen Fischereiflotte ist in der Barentssee verunglückt. Die Petrozavodsk lief an der Bäreninsel auf Klippen auf und wurde dabei schwer beschädigt. Die Mannschaft konnte per Hubschrauber gerettet werden. Austretendes Dieselöl bedrohte zwei Tage lang die arktische Region zwischen Spitzbergen und dem Nordkap.

  • /

Die Bäreninsel, norwegisch Bjørnøya, ist samt umliegenden Gewässern seit 2002 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. An ihren steilen Felsen nisten gerade zu dieser Jahreszeit unzählige Seevögel, darunter die selten gewordene Trottellumme. Nach dem Unglück wurden tote Vögel im Wasser gesichtet. Das Ausmaß der Schädigung ist aber derzeit unklar.

Klippen und raues Wetter erschweren der norwegischen Küstenwache die Bergung des gestrandeten Schiffes. Die Behörden fürchten, dass die Petrozavodsk bei dem Versuch, sie wieder flottzumachen, sinken könnte. Laut Lloyd's List vom 14. Mai besteht zudem die Gefahr, dass der Aufprall auf die Klippen eine Felslawine nach sich zieht.

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist noch unklar. Das Kühlschiff soll direkt aufs Land zugefahren sein. Die Strandung der Petrozavodsk ist bereits der dritte Schiffsunfall in der Region in diesem Jahr. Umweltschützer warnen seit langem vor den Risiken, die mit dem Schiffsverkehr im sensiblen arktischen Meeresgebiet verbunden sind.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Stellungnahme zum Raumordnungsplan für Nord- und Ostsee

Das Bundesinnenministerium hat unter Federführung des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie den finalen Entwurf des Raumordnungsplans für die deutsche Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) jenseits des Küstenmeers der Nord- und Ostsee vorgelegt. Ziel soll die nachhaltige Nutzung sein, nicht zuletzt um den guten Umweltzustand der Meere zeitnah zu erreichen. Der Plan soll bis mindestens 2031 gelten. Die deutschen Umweltverbände kritisieren den Entwurf, hier die ausführliche Stellungnahme.

High Stakes

The environmental and social impacts of destructive fishing on the high seas of the Indian Ocean

Mehr zum Thema

Wachs im Wattenmeer?

Bei den Klumpen, die derzeit die Küste verschmutzen, handelt es sich vermutlich um Paraffine aus Tankwaschungen und Containerverlusten. Eine legale Praxis, die beendet werden muss.

Über die Verhältnisse

Deutschland hat seine Ressourcen für dieses Jahr verbraucht. Für alles, was ab jetzt konsumiert wird, zahlen kommende Generationen und andere Länder die Zeche. 

Arktis verwundbar wie nie

Das Eis am Nordpol geht zurück. Industrie und Schifffahrt drängen nach. Doch damit steigt das Risiko für eine weitere Ölpest.