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Russisches Gericht lehnt Freilassung gegen Kaution ab

Das russische Gericht hat eine Beschwerde von Greenpeace International gegen die zweimonatige Untersuchungshaft der Aktivisten abgelehnt. Nach dem Protest gegen Ölbohrungen in der Arktis waren 28 Aktivisten und zwei Journalisten wegen „bandenmäßiger Piraterie“ angeklagt worden. Greenpeace International hatte in seiner Beschwerde eine Freilassung gegen eine Kautionszahlung beantragt.

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Das Gericht entschied bei einer Anhörung am Dienstag, dass für zwei Aktivisten und den Fotojournalisten Denis Sinyakov die Untersuchungshaft bis zum 24. November fortgesetzt wird. Die Anhörungen für die weiteren 26 inhaftierten Aktivisten und einen Videojournalisten finden diese Woche statt.

„Es gibt absolut keine Rechtfertigung für die fortbestehende Inhaftierung von Aktivisten, die mit friedlichen Mitteln protestierten.  Sie werden für ein Verbrechen angeklagt, das nie begangen wurde. Sie werden festgehalten, obwohl niemand sie für schuldig hält. Sie sind politische Gefangene und als solche trägt die Welt Verantwortung für sie.“ kommentierte Greenpeace International-Geschäftsführer Kumi Naidoo.

„Wir werden uns nicht einschüchtern lassen. Wir werden unseren friedlichen Protest gegen Gazprom und andere Ölkonzerne, die in der Arktis nach Öl bohren wollen, nicht aufgeben.“

Journalisten setzen sich für den inhaftierten Fotografen ein

Der Anwalt von Fotograf Denis Sinyakov überreichte dem Gericht 300 Unterschriften von russischen Journalisten. Sie fordern eine Aufhebung der Untersuchungshaft für ihren Kollegen.

Die Besatzungsmitglieder der Arctic Sunrise hatten am 18. September friedlich an einer Gazprom-Ölplattform in der russischen Petschorasee  protestiert. Sinyakov war an Bord des Schiffes, um den Protest zu dokumentieren – auch ihm droht nun eine Haftstrafte von bis zu 15 Jahren.

19 Tage Haft unter extremen Bedingungen

Seit 19 Tagen werden die Besatzungsmitglieder der Arctic Sunrise festgehalten. Die Aktivisten und die beiden Journalisten leiden unter teilweise schlechten Haftungsbedingungen. Einige beklagen eine unangemessene Versorgung mit Trinkwasser und eine permanente Videoüberwachung. Ihre Anwälte reichten gestern bei den zuständigen russischen Behörden Beschwerde ein.
„Ich bin besorgt über die Bedingungen, unter denen unsere Freunde in Haft gehalten werden. Sie sollten wenigstens zusammen in der gleichen Einrichtung untergebracht werden. Außerdem sollte es warm genug sein und ihre Grundbedürfnisse gedeckt werden.“ fordert Naidoo. „Ich bewundere ihre Familien, die diese Strapazen mit Würde und Entschlossenheit ertragen – sie inspirieren Menschen auf der ganzen Welt.“

Bitte unterstützen Sie die Protestmailaktion für die Freilassung der Aktivisten

Vergangene Woche hatte sich die Bundesregierung besorgt über das Vorgehen der russischen Justiz gezeigt. Auch das Außenministerium in Paris betonte, dass sie die „persönliche und juristische Situation“ des französischen Aktivisten Francesco Pisanu genau verfolge.
Weltweit protestieren Menschen gegen die Inhaftierung der „Arctic 30“. Bereits über eine Million Menschen haben eine Protestmail an russische Botschaften geschickt. Setzen auch Sie sich mit einer Protestmail für die Freilassung.

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