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Greenpeace-Aktivisten noch immer in russischem Gewahrsam

Russische Küstenwache entert Greenpeace-Schiff

Donnerstag, 19.9.13, 18.00 Uhr - Nach einer Protestaktion von Greenpeace-Aktivisten in der Arktis hat die russischen Küstenwache das Greenpeace-Aktionsschiff Arctic Sunrise gestürmt. Die friedlichen Crewmitglieder mussten auf dem Deck knien und wurden mit Waffen bedroht, Die Mitglieder einer Spezialeinheit hatten sich zuvor von einem Hubschrauber abgeseilt. Um den Kontakt zu Greenpeace-Büros zu unterbinden, hat die Sondereinheit den Funkraum der Arctic Sunrise gestürmt.

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Mittwoch, 18.9.13: Während einer friedlichen Protestaktion von Greenpeace-Aktivisten in der Arktis hat die russische Küstenwache Warnschüsse in Richtung des Aktionsschiffes Arctic Sunrise abgefeuert. Greenpeacer hatten zuvor an einer Bohrplattform des russischen Ölkonzerns Gazprom gegen die Ölförderung in der Arktis protestiert. Die Küstenwache droht damit, dass Greenpeace-Schiff direkt zu beschießen, wenn es nicht unverzüglich die internationalen Gewässer rund um die "Prirazlomnaya"-Plattform verlässt.

Bei den Protesten sind mehrere Aktivisten festgenommen worden und befinden sich noch immer gegen ihren Willen an Bord der russischen Küstenwache. Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven sagt dazu: "Greenpeace wird auch künftig für den Schutz der Arktis protestieren. Diese Gewalt gegen friedliche Proteste muss sofort gestoppt werde. Es wird wieder klar, dass die russische Regierung mehr Interesse daran hat, ihre unverantwortlich handelnden Ölfirmen zu schützen als die Arktis."

Wladimir Chuprov, Leiter des Energieprogramms von Greenpeace-Russland und derzeit auf der Arctic Sunrise, ergänzt: "Die Festgenommenen kommen aus der Schweiz und Finnland. Die finnische Aktivistin könnte an ihrer Hand verletzt sein. Wir versuchen, darüber genaueres zu erfahren. Die Arctic Sunrise wird jedenfalls nicht eher das Gebiet verlassen, bis klar ist was mit den Festgenommen passiert."

Die Umweltschützer sind mit dem Greenpeace-Aktionsschiff Arctic Sunrise zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen in der Region unterwegs, um für den Schutz der Arktis zu protestieren. Ende August war die unter niederländischer Flagge fahrende Arctic Sunrise von der russischen Küstenwache ebenfalls unter Androhung von Waffengewalt aus russischen Hoheitsgewässern vertrieben worden. Dagegen hatte die niederländische Regierung offiziell Protest eingelegt.
Ölkonzerne planen weitere Schritte zur Ausbeutung der Arktis

Gazprom ist der größte russische Ölkonzern, der in der Arktis nach Öl bohren lässt. In einer Kooperation mit Shell sollen in Zukunft weitere Ölvorkommen in der russischen Arktis ausgebeutet werden. Die Offshore-Ölprojekt von Gazprom sind in der Arktis geprägt durch Verzögerungen, Missachtung von Sicherheitsstandards und mangelhafte Notfallpläne.

Seit Jahren verzögert sich der Förderbeginn der "Prirazlomnaya"-Plattform aufgrund technischer Probleme. Weder Gazprom noch einer der anderen in der Arktis tätigen Ölkonzerne ist im Falle eines Ölunfalls ausreichend gerüstet, um austretendes Öl wirksam zu bekämpfen. Die rauen Wetterbedingungen und die großen Entfernungen zu jeder Art von Infrastruktur wie Schiffen, Flugplätzen und Ölauffangmöglichkeiten können jeden größeren Ölunfall zur Umweltkatastrophe werden lassen.

Der Protest der Umweltschützer in der Petchorasee ist Teil einer internationalen Kampagne von Greenpeace zum Schutz der Arktis. Seit rund zwei Jahren kämpft die unabhängige Umweltschutzorganisation für ein Schutzgebiet rund um den Nordpol. Wer sich daran beteiligen will, kann im Internet unter www.savethearctic.org seine Stimme für die Arktis abgeben.

An der Aktion haben sich weltweit bereits über 3,9 Millionen Menschen beteiligt. Ziel ist es, mindestens fünf Millionen Unterzeichner zu sammeln, damit eine UN-Resolution verabschiedet wird. Darin solldie internationale Sorge der Weltgemeinschaft um die Arktis zum Ausdruck kommen. Greenpeace fordert zudem, dass ein internationales Schutzgebiet unter UN-Protektion - wie es bereits in der Antarktis besteht - eingerichtet wird.

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