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Greenpeace-Aktivisten fordern Freiheit für die Arctic 30

Protest vor Gazprom-Zentrale

Mit in Eis eingefrorenen Porträts der in Russland inhaftierten Umweltschützer protestieren 15 Greenpeace-Aktivisten heute vor der Gazprom-Zentrale in Berlin. Sie fordern die Freilassung der Arctic 30. Weltweit protestieren Aktivisten jeden Tag gegen die Willkür der russischen Behörden.

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Die Arctic 30 haben am 18. September dieses Jahres friedlich in der Petschora-See gegen Ölbohrungen des russischen Energiekonzerns Gazprom protestiert. Die Region ist durch Klimawandel und Ölförderung bedroht. Am folgenden Tag enterte die russische Küstenwache ihr Schiff, die Arctic Sunrise, und schleppte es nach Murmansk. Seitdem sitzen die dreißig Männer und Frauen in russischer Haft. Am vergangenen Montag waren sie in Gefängnisse in St. Petersburg verlegt worden. Die Anklage lautet auf Piraterie und "Rowdytum".

Am 24. November entscheidet sich, ob die Arctic 30 in Untersuchungshaft bleiben. Ihnen drohen bis zu 15 Jahre Haft. "Wer friedlich für den Schutz der Arktis protestiert und die Probleme beim Namen nennt, darf nicht wie ein Verbrecher behandelt werden", sagt Jörg Feddern, Ölexperte von Greenpeace.

Schlauchboote auf Twitter

Der Protest vor der Gazprom-Zentrale auf einer acht Meter breiten Bühne stellt die Bedrohung für die Arktis treffend dar: Die eingefrorenen Porträts der Aktivisten werden schmelzen. Und auch der eineinhalb Meter hohe Schriftzug "Save the Arctic!" besteht aus Eis.

Eine Twitter-Demo begleitet den Protest. Jeder Twitter-Nutzer kann die Gefangenen bei der Twitter-Demo unterstützen. Unter twitterprotest.savethearctic.org können sie virtuelle Schlauchboote mit eigenen Bannersprüchen versehen, mit dem Hashtag #freethearctic30 markieren und an einer Gazprom-Ölplattform vorbeifahren lassen. Die Tweets werden über einen Monitor vor der Gazprom-Zentrale in Berlin gezeigt.

Seit der ungerechtfertigten Festnahme der Arctic 30 zeigen Menschen auf der ganzen Welt ihre Solidarität. Die Protestaktionen reichen von der Bildung bunter Schriftzüge über das Anzünden unzähliger Kerzen bis hin zur Demonstrationen an großen Gebäuden.

Ein "Dienst an der Menschheit"

Träger des Alternativen Nobelpreises und Mitglieder des World Future Council bezeichneten am Wochenende den Protest der Arctic 30 als "Dienst an der Menschheit" und forderten, sie sofort freizulassen. Zuvor hatten auch EU-Parlamentarier Kritik an den Anschuldigungen gegen die Crew der Arctic Sunrise geäußert. Elf Friedensnobelpreisträger - unter ihnen Erzbischof Desmond Tutu – unterstützten die Arctic 30 in einem Brief an den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Zum Weiterlesen:

Chronologie der Arctic 30

Arctic 30 nach St. Petersburg verlegt

Video:Die Stürmung der Arctic Sunrise

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