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Protest an Ölplattform in der Arktis

Seit Sonntag protestiert Greenpeace gegen die geplanten Offshore-Ölbohrungen in den arktischen Gewässern vor der Küste Westgrönlands. An der Unterseite der Ölbohrplattform Leiv Eiriksson haben Aktivisten eine Rettungskapsel angebracht, in der sich zwei Personen befinden. Sie wollen damit die umweltschädlichen Bohrarbeiten in der höchst sensiblen Arktis stoppen. Die Aktion kann auf Englisch live im Netz mitverfolgt werden.

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Per Funk berichtet das Zweierteam, dass es ihnen trotz der extremem Wind- und Wetterverhältnisse auf hoher See gut gehe. Die Verpflegung reicht für mehrere Tage aus. Am frühen Sonntagmorgen war eine Gruppe von Aktivisten, darunter auch ein Deutscher, vom Greenpeace-Schiff Esperanza aus mit Motorbooten zur Plattform gefahren. Das Team hatte dort eine gelbe Rettungskapsel installiert. So lange sich die beiden Aktivisten in der Kapsel befinden, gibt es für die schottische Ölfirma Cairn keine Möglichkeit, die Suchbohrungen mit der Ölplattform fortzuführen.

Umweltverschmutzung auch ohne Unglück

Nicht nur Cairn, sondern auch sechs weitere Ölgesellschaften haben von der grönländischen Regierung die formale Genehmigung für Öl- und Gasbohrungen zwischen der Insel und Kanada erhalten. Darunter ist Cairn die erste Firma, die mit Suchbohrungen begonnen hat. Die ersten Bohrungen sollten in einer Meerestiefe von bis zu 1.500 Metern durchgeführt werden. Eine alarmierende Zahl, denn genau in dieser Tiefe ereignete sich vor etwa einem Jahr die Katastrophe der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko. Sobald Öl gefunden wird, ist zu erwarten, dass große Konzerne wie Exxon und Chevron nachziehen.

Eine weitere Gefahr birgt eine Meerenge, in der Bohrungen stattfinden - in der Davis-Strait. Sie ist wegen der vielen von dort in den Nordatlantik treibenden Eisberge auch als Eisbergallee bekannt. Doch es braucht nicht erst eine Kollision in der Meerenge, um die Umwelt zu belasten. Bereits bei den Suchbohrungen gelangen um die 9.000 Tonnen Chemikalien ins Meer, darunter etwa 180 Tonnen, die auf der roten Liste der hochgradig schädlichen Stoffe stehen. Diese können Meerestiere schädigen und bedrohen somit die grönländische Fischerei, die etwa 90 Prozent der Exportwirtschaft des Landes ausmacht. Auch ohne ein konkretes Unglück vergiftet der alltägliche Bohrbetrieb Tag für Tag die Umwelt. Umso schlimmer, dass die Regierung Grönlands sowie die Ölgesellschaft Cairn alle dringenden Expertenwarnungen verworfen haben. Geben auch Sie Ihre Stimme ab gegen das verantwortungslose Vorgehen der Akteure!

Die Erlebnisse der Aktivisten in Echtzeit mitverfolgen

So lange wie möglich sollen die Bohrarbeiten der Leiv Eiriksson noch hinausgezögert werden. Videos, Fotos (auch aus dem Inneren der Kapsel), Podcasts und Updates posten die Aktivisten vor Ort nahezu in Echtzeit auf deren Live Action Feed (engl.). Weitere Fotos der Ereignisse rund um die Ölplattform vor Grönland sind auf Flickr zu finden. Wie die Lage auf der Esperanza ist, zeigt die Webcam des Schiffs.

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