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Aktivisten fordern: Die französische Politik soll sich positionieren

Protest für die Arctic 30 am Eiffelturm

Am Samstag protestierten zwei Greenpeace-Aktivisten am Eiffelturm in Paris für die Freilassung der Arctic 30. Zwischen der ersten und zweiten Etage des 327 Meter hohen Wahrzeichens seilte sich ein Greenpeace-Aktivist in einem Zelt ab und entrollte ein Banner mit der Aufschrift: "Free the Arctic 30!". Die Aktivisten fordern den französischen Ministerpräsidenten auf, sich bei seiner Russland-Reise in dieser Woche für die Crew der Arctic Sunrise einzusetzen.

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Mit der Kletteraktion erklärten sich die Aktivisten mit der inhaftierten Arctic Sunrise-Besatzung solidarisch: "Sie haben friedlich protestiert und das war notwendig angesichts der Dringlichkeit des Problems.", erklärte einer der Aktivisten. Nach drei Stunden beendete die französische Polizei die Kletteraktion. Greenpeace-Atomexpertin Sophia Majnoni twitterte daraufhin scherzhaft, der Eiffelturm sei besser gesichert als französische Atomkraftwerke. (Französische Greenpeace-Aktivisten hatten erst im Juli am Atomkraftwerk Tricastin protestiert).

Appell an die Politik

Die Protestaktion richtete sich auch an die französische Regierung. Am kommenden Mittwoch reist Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault nach Russland. Greenpeace fordert ihn dazu auf, die Freilassung der Aktivisten auf die Agenda seiner Gespräche mit Präsident Wladimir Putin und Premierminister Dmitri Medwedew zu setzen. Einer der inhaftierten Aktivisten, Francesco Pisanu, ist Franzose.

"Andere europäische Länder, darunter Deutschland, haben sich schon öffentlich positioniert, um die Freilassung der Arctic 30 zu unterstützen. Frankreich darf sich nicht länger in Schweigen hüllen," betont Cyrille Cormier, der die Energie-Kampagne von Greenpeace Frankreich leitet. "Die Arctic 30 sind weder der Piraterie noch des Rowdytums schuldig. Ihr gewaltfreier Protest prangert lediglich die große Gefahr an, die Ölbohrungen für das Klima und die Arktis bedeuten."

Zu Unrecht im Gefängnis

Vor 40 Tagen hatte ein Einsatzkommando des russischen Geheimdienstes FSB die Arctic Sunrise geentert und die Besatzung festgenommen. Zuvor hatten Greenpeace-Aktivisten an der Gazprom-Bohrinsel Prirazlomnaya in der Petschorasee gegen Ölbohrungen in der Arktis protestiert. Zunächst wurde gegen sie Anklage wegen "bandenmäßiger Piraterie" erhoben. Letzten Donnerstag formulierte die russischen Ermittlungsbehörde die Anklage neu: Den Arctic 30 drohen nun bis zu sieben Jahre Haft wegen "Rowdytums".

Fordern auch Sie die Freilassung der Aktivisten und schreiben Sie eine Protestmail an den russischen Botschafter.

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