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Protest an der Elbphilharmonie gegen Shells Arktis-Projekt

"Wäre hier Öl, Shell würde bohren": Dieser Spruch prangte am Freitagvormittag auf einem 18 mal 25 Meter großen Banner an der bekanntesten Baustelle Hamburgs und dem größten Kultur-Projekt Deutschlands - der Elbphilharmonie. Aus Protest gegen Pläne des Ölkonzerns, in der Arktis nach Öl zu bohren, hatten 15 Greenpeace-Aktivisten das Banner in den Morgenstunden an der Fassade des Gebäudes angebracht.

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"So absurd es wäre, hier an der Elbphilharmonie nach Öl zu bohren, so absurd und gefährlich ist es in der Arktis", begründet Jörg Feddern, Ölexperte von Greenpeace, die Wahl des ungewöhnlichen Aktionsortes. Greenpeace fordert von den arktischen Anrainerstaaten, ein Verbot von Ölförderungen im Arktischen Ozean und rund um den Nordpol die Einrichtung eines Schutzgebietes, in dem jegliche industrielle Ausbeutung untersagt wird.

Die Aktion ist Teil einer bundesweiten Kampagne gegen Shell. Um die Absurdität der Shell-Pläne aufzuzeigen, können Unterstützer Mitmach-Fotos mit dem Slogan "Wäre hier Öl, Shell würde bohren!" in eine Online-Galerie hochladen. Außerdem können sie sich an einer Online-Demo gegen Shells Arktis-Projekt beteiligen, für die weltweit bereits über 160.000 Twitter- und Facebook-Meldungen eingegangen sind.

Fast fünf Millarden US-Dollar soll Shell bereits in sein Arktis-Projekt gesteckt haben. Wegen schwerer Sicherheitsmängel durfte Shell im Jahr 2012 an den Bohrstellen vor der Küste Alaskas lediglich oberflächliche Bohrungen durchführen. Trotz der enormen Investitionen ereilte den Konzern im letzten Jahr eine Reihe von Pannen und Unfällen, die Shell letztlich zwangen, im Jahr 2013 mit dem Arktis-Projekt zu pausieren.

"Shell hat 2012 bewiesen, wie riskant Ölbohrungen in der Arktis sind. Die Beteuerungen, dass sie alles im Griff hätten, haben sich als haltlose Rhetorik herausgestellt", so Feddern.

Shell plant weitere Schritte zur Ausbeutung der Arktis

In Zusammenarbeit mit dem russischen Ölkonzern Gazprom will Shell bald auch in der russischen Arktis Ölvorkommen ausbeuten. So wie Shells Arktis-Projekt machte auch Gazproms Offshore-Ölprojekt in der Arktis vor allem durch Verzögerungen, mangelhafte Sicherheitsstandards und defizitäre Notfallpläne von sich reden. Der Förderbeginn der Plattform "Prirazlomnaya" in der russischen Petschorasee wird aufgrund technischer Probleme schon seit Jahren immer wieder nach hinten verschoben.

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