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Anklage wegen Piraterie fallengelassen

Neue Anklage gegen die "Arctic 30": Rowdytum

Die russische Ermittlungsbehörde hat am Mittwoch die Anklage wegen "bandenmäßiger Piraterie" gegen die "Arctic 30" fallengelassen. Stattdessen sollen die 28 Aktivisten und zwei Journalisten nun wegen "Rowdytums" und möglicherweise weiterer Vergehen belangt werden, für die nach russischem Recht ebenfalls hohe Haftstrafen verhängt werden können.

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Die Besatzung der Arctic Sunrise sitzt seit einer friedlichen Protestaktion an der Gazprom-Bohrinsel Prirazlomnaya vor einem Monat in russischer Untersuchungshaft. Vladimir Chuprov von Greenpeace Russland kritisiert die neuen Anklagepunkte der Ermittlungsbehörde scharf:

"Die Arctic 30 sind ebensowenig Randalierer wie sie Piraten sind. Auch diese Anklage ("hooliganism"), auf die bis zu sieben Jahre Gefängnis steht, ist völlig unpassend und nichts weiter als ein Angriff auf das Prinzip des friedlichen Protests. Wir werden die Anklage wegen Rowdytum ebenso vehement anfechten wie die Piraterie-Vorwürfe."

Die Ermittlungsbehörde erwägt außerdem, einigen der Aktivisten die Anwendung von Gewalt gegen Staatsbedienstete zu Last zu legen, auf die in Russland bis zu zehn Jahre Gefängnis steht. Auch für diesen Vorwurf findet Chuprov deutliche Worte:

"Greenpeace hat eine 42 Jahre währende Geschichte des friedlichen Protests, die Aktivisten gelangten zu der Ölplattform in einem Schiff, das mit einer Taube und einem Regenbogen bemalt ist. Unser Schiff wurde von Männern mit Messern und Waffen gestürmt, während die Arctic 30 die Arme hoben."

Über 1,5 Millionen Menschen weltweit haben sich mit einer Protestmail an russische Botschaften für die Arctic Sunrise-Crew eingesetzt. Fordern auch Sie die Freilassung der "Arctic 30".

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