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Internationaler Greenpeace-Protest: Lasst die Arctic 30 frei!

Im Rahmen eines internationalen Tages der Solidarität mit den "Arctic 30" protestieren Greenpeace-Aktivisten am Samstag (5. Oktober) in 45 deutschen Städten für die Freilassung der Arctic Sunrise-Besatzung, die in Russland nach friedlichen Protesten an einer Gazprom-Bohrinsel wegen Piraterie angeklagt ist. Bundesweit haben Menschen die Möglichkeit, sich der Forderung anzuschließen – mit ihrer Unterschrift oder mit einer Protestmail an den russischen Botschafter in Berlin.

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Wegen friedlicher Proteste gegen Ölbohrungen von Gazprom steht die 30-köpfige Besatzung der Arctic Sunrise in Murmansk vor Gericht. Sie sind wegen „bandenmäßiger Piraterie“ angeklagt – und damit drohen ihnen bis zu 15 Jahren Haft."Gefahr für die Arktis geht von Ölkonzernen wie Gazprom oder Shell aus, nicht von friedlichen Protesten", sagt Christoph von Lieven, Sprecher von Greenpeace. "Wir fordern, dass unsere Kollegen und Journalisten sofort freigelassen werden. Internationale Rechtsexperten und der russische Präsident Putin haben bereits vor einer Woche gesagt, dass der Greenpeace-Protest keine Piraterie sei."

Bitte unterstützen Sie unsere Protestmail-Aktion für die Freilassung der Aktivisten!

Im Rahmen eines weltweiten Soli-Tages gehen am 5. Oktober Greenpeace-Aktivisten und Bürger in 45 Ländern für die "Arctic 30" auf die Straße (Hier geht es zur Fotostrecke bei Flickr). Beispielsweise in Stockholm, Mexiko-Stadt, Istanbul, Taipeh, Tokyo, Berlin und Hamburg. Knapp eine Million Menschen haben bisher die Petition für die Freilassung der Aktivisten im Internet unterschrieben.

Gazprom setzt die Arktis aufs Spiel

Ölkonzerne wie Gazprom, die für die Eisschmelze hauptverantwortlich sind, wollen nun davon profitieren und das empfindliche Ökosystem aufs Spiel setzen - für Ölvorkommen, die nur drei Jahre lang reichen würden. Als erster Konzern weltweit will Gazprom ab 2014 die Ölvorkommen der Arktis kommerziell ausbeuten. Dass sowohl die Notfallpläne als auch die Technik der Prirazlomnaya-Plattform erhebliche Mängel aufweisen, interessiert das russische Unternehmen so wenig wie die katastrophalen Folgen eines Ölunfalls. Einige Bauteile der Plattform sind fast 30 Jahre alt und wurden seither gegen Eisgang lediglich verstärkt, die Bohrinsel entspricht nicht einmal den unzureichenden russischen Sicherheitsstandards.

Wegen extremer Wetterbedingungen und der großen Entfernung zu jeglicher Infrastruktur sind Ölbohrungen in der Arktis besonders riskant: Bei bis zu minus 50 Grad Celsius ist die Prirazlomnaya-Bohrstelle nur drei Monate im Jahr eisfrei. Dazu kommen regelmäßige heftige Stürme und die langanhaltende Dunkelheit in den Wintermonaten. Ein Unfall ist nur eine Frage der Zeit, doch das Material für die Ölbekämpfung lagert in Murmansk, tausend Kilometer von der Plattform entfernt.

Knapp vier Millionen Menschen haben die Greenpeace-Petition zum Schutz der Arktis bereits unterzeichnet. Gemeinsam mit Greenpeace fordern sie ein Schutzgebiet um den Nordpol und ein Verbot von Ölbohrungen in arktischen Gewässern. Setzen auch Sie sich ein - für den Schutz der Arktis und die Freilassung der Aktivisten!

Mehr dazu bei Greenpeace:

Russland: Anklage wegen Piraterie gegen Arctic Sunrise-Aktivisten

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