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Ölfirmen geben Bohrlizenzen für Grönland auf

Hoffnung für die Arktis

Es ist mehr als nur eine Atempause für die Arktis: Drei große Ölfirmen wollen ihre Bohrungen vor West-Grönland stoppen. Sie folgen damit einem Trend in der Ölindustrie.

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Laut der dänischen Zeitung „Politiken“ geben drei große Unternehmen ihre Lizenzen für Öl-Erkundungen vor West-Grönland zurück: Norwegens staatliches Ölunternehmen Statoil, die französische Firma GDF Suez und die staatlich betriebene DONG aus Dänemark.

Die Firmen schlugen mit ihrer Entscheidung gleichzeitig ein großzügiges Angebot der grönländischen Regierung aus. Diese hatte die kosten- und verpflichtungslose Verlängerung der an sich teuren Lizenzen angeboten. „Das ist ein weiterer Sargnagel für die Jagd auf Öl in der Arktis“, sagt Jon Burgwald, Arktis-Experte des nordischen Greenpeace-Büros.

Ölfirmen ziehen sich zurück

Offenbar gibt es unter Ölfirmen einen wachsenden Trend, sich aus dem teuren und hoch riskanten Geschäft in der Arktis zurückzuziehen. Erst vor einer Woche hat Maersk Oil, ein weiterer dänischer Konzern, seine arktischen Öl-Pläne in Ost-Grönland gestoppt. Die schottische Firma Cairn Energy beschloss bereits im vergangenen Jahr, Operationen unter extremen Klimabedingungen wie in Grönland vorerst zu unterlassen. Und auch das amerikanische Unternehmen Chevron verzichtet aufgrund der „ökonomischen Unsicherheiten“ auf unbestimmte Zeit darauf, in der Beaufort See in der kanadischen Arktis nach Öl zu bohren.

„Das zeigt einmal mehr, dass arktische Ölvorhaben sowohl zu teuer, als auch zu riskant sind – nicht nur für die unberührte arktische Natur, sondern auch für den Ruf jedes ernstzunehmenden Unternehmens“, so Burgwald. „Die Grönländische Regierung sollte das zum Anlass nehmen, jegliche Öl-Erkundungen ein für alle Mal zu beenden.“

Ein großes Problem besteht auch hinsichtlich des russischen Konzerns Gazprom. Er hält noch immer an der riskanten und unwirtschaftlichen Ölbohrung und -förderung in der Arktis fest. Seine Prizlomnaya-Plattform belässt er an Ort und Stelle in der Petschorasee. Bis Gazprom sich zurückzieht, bleibt die Umweltbedrohung dort allgegenwärtig.

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