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Greenpeace-Jugendliche protestieren gegen Gazprom

In vier deutschen Städten demonstrieren am Samstag rund 120 Jugendliche von Greenpeace mit einem lebensechten Eisbären auf einer Totenbare gegen Ölbohrungen des russischen Ölkonzerns Gazprom. Der Ölgigant plant, Ölbohrungen im empfindlichen Ökosystem der Arktis vorzunehmen – trotz der bekannten Gefahren. Die Aktionen werden ab 11 Uhr live im Internet übertragen.

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"Gazprom gefährdet die Heimat der Eisbären. Die Zeit läuft uns davon", sagt Peter Herbster, Sprecher von Greenpeace. "Wir fordern die neue Bundesregierung auf, sich auf internationaler Ebene für ein Schutzgebiet in der Arktis einzusetzen."

Die Greenpeace-Jugendlichen werden in Regensburg, Münster, Berlin und Hannover den lebensechten Eisbären durch die Straßen tragen. Bei einer anschließenden Trauerrede klären die jungen Umweltschützer die Passanten über die Gefahren von Ölbohrungen für das empfindliche Ökosystem der Arktis auf. Die Aktion kann ab 11 Uhr live unter www.facebook.com/greenpeacejugend verfolgt werden.

Unterstützung für die 30 Aktivisten der Arctic Sunrise

Während die Jugendlichen von Greenpeace in Deutschland protestieren, läuft im russischen Murmansk ein Verfahren gegen Greenpeace-Aktivisten. Die russische Staatsanwaltschaft wirft den 30 Crewmitgliedern des Aktionsschiffes Arctic Sunrise bandenmäßige Piraterie vor. Die Umweltschützer hatten an der Prirazlomnaya-Ölplattform von Gazprom friedlich für den Schutz der Arktis protestiert. Daraufhin hatte die russische Küstenwache die Arctic Sunrise mitsamt der Besatzung festgesetzt und nach Murmansk geschleppt, wo die Aktivisten nun in Untersuchungshaft sitzen. Greenpeace fordert die sofortige Freilassung.

Ein Schutzgebiet für die Arktis

Aufgrund des fortschreitenden Klimawandels schmilzt das Eis der Arktis. Große Ölkonzerne planen Regionen auszubeuten, die bisher unzugänglich waren. So haben Gazprom und Shell vor einigen Wochen angekündigt, gemeinsam in der russischen Arktis nach Ölvorkommen zu suchen.

Greenpeace setzt sich seit Jahren für den Schutz der Arktis ein und fordert ein Schutzgebiet rund um den Nordpol. Weltweit haben bisher etwa 3,8 Millionen Menschen eine entsprechende Petition unterzeichnet. Auf www.savethearctic.org können sich Menschen ausführlich über die Arktiskampagne von Greenpeace informieren und sich mit ihrem Namen für den Schutz der Arktis einsetzen.

Mehr zum Thema bei Greenpeace:

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