Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Greenpeace-Aktivisten bringen Eisberg zum CSD

Unter den Farben des Regenbogens haben Greenpeace-Aktivisten am Freitag einen 18 Meter hohen, aufblasbaren Eisberg auf der Alster in Hamburg installiert. Anlass ist der Christopher Street Day, auf dem am Samstag in den Straßen der Hansestadt Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender für ihre Rechte auf die Straße gehen werden. Mit einem Banner machen die Aktivisten auf die Bedrohung der Arktis aufmerksam: "Some like it hot - the Arctic not!".

  • /

Mit dem Eisberg, der bis Sonntag auf der Alster schwimmen wird, protestieren die Umweltschützer auch gegen das Arktis-Projekt des Ölkonzerns Shell. Trotz der immensen Risiken will das Unternehmen in dem sensiblen Ökosystem Arktis nach Öl bohren. "Wir laden die Besucher des CSD ein, mit uns gemeinsam für den Erhalt der Arktis zu kämpfen," sagt Kai Britt, Sprecher von Greenpeace.

Greenpeace bietet allen Bürgerinnen und Bürgern im Internet die Möglichkeit an, sich an dem Protest zu beteiligen. Um die Absurdität der Shell-Pläne zu karikieren, können Teilnehmer an der Mitmachaktion eigene Fotomotive mit der Botschaft "Wäre hier Öl, Shell würde bohren" in eine Online-Galerie hochladen.

Fünf Milliarden US-Dollar hat Shell in das Bohrprojekt vor der Küste Alaskas investiert und hält trotz Pannenserie, Unfällen und vernichtenden Gutachten unbeirrt daran fest. Jüngst soll sich der Konzern darüber hinaus mit dem russischen Konzern Gazprom und Präsident Vladimir Putin über ein Joint Venture verständigt haben, das es Shell ermöglichen würde, auch in Sibirien unter geringeren Umweltstandards auf Ölsuche zu gehen.

Ölunfall in Arktis ist nur eine Frage der Zeit

Aufgrund der schwierigen Wetterbedingungen und der Abgeschiedenheit der Region würde ein Ölunfall in der Arktis katastrophale Folgen für Mensch und Natur nach sich ziehen. Nach einem Unfall auf und unter das Eis ausgelaufenes Öl kann nur sehr schlecht beseitigt werden und die tiefen Temperaturen können den Zersetzungsprozess des Öls auf Jahrzehnte ausdehnen.

Experten gehen davon aus, dass sich rund 90 Milliarden Barrel (ein Barrel = 159 Liter) Öl in der Arktis befinden. Eine Greenpeace-Petition gegen die Industrialierung der Artkis haben weltweit bereits über 3,5 Millionen Menschen unterzeichnet.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Seismische Untersuchungen bedrohen Wale

Der Lärm seismischer Untersuchungen bei der Suche nach Öl wirkt sich negativ auf Meereslebewesen aus – so das Ergebnis eines neuen Berichts der Marine Conservation Research.

Zur Kampagne

Arktis-Pläne einfrieren!

Shell ist zurück in der Arktis. Vor der Küste Alaskas sucht der Konzern nach Öl – trotz hoher Risiken und internationaler Proteste.

Alle Artikel zu dieser Kampagne

Mehr zum Thema

Aufräumen am Ende der Welt

Plastikmüll an Stränden ist leider nichts Neues. Aber in der Arktis? Greenpeace barg an der Küste Spitzbergens bergeweise Kunststoff – Folgen einer ausufernden Fischereiindustrie.

12 Freunde

Die Kiezkicker vom FC St. Pauli unterstützen die Greenpeace-Kampagne zum Arktisschutz – und unterzeichneten als erster deutscher Profisportverein die Arctic Declaration.

Überraschender Besuch

Das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise trägt den Protest gegen die Ölbohrungen des Konzerns OMV in die Barentssee. Vor dessen Ölplattform flattern nun Banner: „Raus aus der Arktis!“