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Gemeinsam für den Schutz der Arktis

Die Arktis ist eine der letzten unberührten Regionen der Erde. Trotzdem wollen Konzerne hier nach Öl bohren. Doch was passiert bei einem Ölunfall in der Arktis? Die Folgen wären katastrophal. Greenpeace startet jetzt eine weltweite Kampagne zum Schutz dieser einmaligen Region. Werden auch Sie Arktisschützer!

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Die Möglichkeiten für Sie mitzumachen und mehr über die Arktis zu erfahren, sind vielfältig. Sie können auf der Unterstützer-Plattform www.savethearctic.org eine Petition für den Schutz dieser einzigartigen Region unterzeichnen. In den kommenden Wochen startet zudem eine Infofahrt des Greenpeace-Schiffs Beluga II, ein Eisbär namens Isbjörn reist durch Deutschland und bittet um Hilfe und Greenpeace sammelt in 65 deutschen Städten Unterschriften gegen die Pläne von Shell und Gazprom, in der Arktis Öl zu fördern.

Kampagnenauftakt mit Eisbär

Mit einem Eisbären vor dem Bundestag in Berlin startete gestern die internationale Kampagne zum Schutz der Arktis. Der Eisbär ist eines der Opfer des Klimawandels. Doch nicht nur das Schmelzen des Eises, auch Shells und Gazproms Pläne gefährden seinen Lebensraum massiv.

Als Symbol für die Bedrohung, die von der Ölförderung im hohen Norden ausgeht, wird Eisbär Isbjörn in den kommenden Wochen durch 35 Städte reisen. Er wird die Menschen auf den drohenden Verlust seiner Heimat hinweisen und um Unterstützung bitten. Gemeinsam mit vielen Freunden will er Shell und Co von ihrem gefährlichen Vorhaben abbringen. Über seine Eindrücke und Erlebnisse schreibt Isbjörn in seinem Blog.

Eine Million Namen als Mahnung im ewigen Eis

Am Samstag (23.6.) rufen rund 2000 Ehrenamtliche von Greenpeace unter dem Motto "Gemeinsam für den Schutz der Arktis" zur Rettung dieser einmaligen Region auf. In 200 Städten und 20 Ländern weltweit informieren sie über das unkalkulierbare Risiko, welches Shell und Co aus Profitgier eingehen wollen. In Deutschland bitten die Ehrenamtlichen von Greenpeace unter anderen in Berlin, Hamburg und München um Ihre Unterschrift für den Schutz der Arktis. Ab jetzt kann jeder, der mit diesen skrupellosen Plänen nicht einverstanden ist, Arktisschützer werden und für die Rettung des sensiblen Ökosystems unterschreiben.

Die Namen der ersten Million Unterzeichner werden in einer unzerstörbaren Spezialkapsel im nächsten Jahr am Nordpol versenkt - als Mahnung, dass die Arktis das Erbe der gesamten Menschheit ist und nicht den Interessen einiger Großkonzerne geopfert werden darf.

Dem Aufruf, die Arktis unter Schutz zu stellen, haben sich auch internationale Stars angeschlossen - darunter Paul McCartney, Penelope Cruz, Robert Redford, Peter Fox und viele mehr.

Die Arktis braucht unseren Schutz

Ziel der Kampagne ist es, in der hohen Arktis ein Schutzgebiet einzurichten, wie es Greenpeace gemeinsam mit anderen Organisationen bereits 1998 für die Antarktis erreichen konnte. Auch in der Antarktis wollten Konzerne ohne Rücksicht auf die massiven Risiken für die Region Bodenschätze abbauen.

"Shell und Gazprom setzen mit ihren Ölplänen das Überleben der Arktis aufs Spiel. Wenn die Pläne dieser Konzerne nicht gestoppt werden, wird eine der letzten unberührten Regionen dieser Erde zu einem Tummelplatz der Industrie verkommen" sagt der Greenpeace Ölexperte Jörg Feddern.

Shell will in diesem Sommer mit zwei Plattformen vor der Küste Alaskas Probebohrungen in arktischen Gewässern durchführen. Gazprom plant, vor der russischen Küste in der Arktis diesen Sommer mit der Ölförderung zu beginnen.

Das Ökosystem der Arktis ist eine der gegen Ölunfälle verwundbarsten Regionen dieser Erde. Experten warnen, dass es bisher keine Methode gibt, einen großen Ölunfall in dieser Region zu beherrschen. Niedrige Temperaturen, Eis und lange Dunkelperioden verlangsamen den natürlichen Abbauprozess des Öls außerdem deutlich. Das Öl verbleibt damit lange Zeit im Ökosystem. So sind die Folgen des Tankerunglücks der "Exxon Valdez" vor der Küste von Alaska vor rund 23 Jahren auch heute noch spürbar.

Greenpeace-Schiff Beluga II startet Info-Tour

Gleichzeitig mit der Eisbärentour und der Unterschriftenaktion am Samstag startet die Beluga II eine achtwöchige Informationsfahrt über deutsche Flüsse, u.a. Rhein, Neckar und Donau. Sie legt in insgesamt 15 Städten an und lädt Interessierte ein, an Bord zu kommen und sich über den Schutz der Arktis und ihre Bedrohung durch Ölbohrungen zu informieren. In der Ausstellung "Schützt die Arktis" können Bürgerinnen und Bürger Wissenswertes über die Schönheit und die Bedrohung des einzigartigen Ökosystems erfahren und seine Bewohner kennenlernen. Dabei kann natürlich auch das 34 Meter lange Aktionsschiff selbst besichtigt werden. Los gehts am 23. und 24. Juni in Mainz.

Für drei Jahre Öl die Arktis opfern? Nein danke!

Nirgends ist der Klimawandel so deutlich sichtbar wie in der Arktis. Sollte sich der Trend fortsetzen, könnte die Arktis in wenigen Jahrzehnten im Sommer eisfrei sein. Ausgerechnet die Ölindustrie, einer der Hauptverursacher dieser Entwicklung, könnte nun davon profitieren und durch das zurückgehende Eis in der Arktis an bisher unerreichbare Ölfelder gelangen. Experten schätzen, dass in der arktischen Region etwa 90 Milliarden Barrel Öl (ein Barrel = 159 Liter) lagern. Die Menge könnte den derzeitigen Weltölverbrauch für etwa drei Jahre decken.

Aber brauchen wir dieses Öl überhaupt? Greenpeace zeigt in seinem aktuellen Energieszenario, dass auf Öl aus der Arktis ohne Engpässe bei der Versorgung verzichtet werden kann.

Sind auch Sie gegen eine Gefährdung des Lebensraums von Eisbär, Polarfuchs und Co? Hier können Sie sich dem Protest gegen die verantwortungslosen Pläne der Ölkonzerne anschließen.

Helfen Sie mit, werden Sie Arktisschützer!

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