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Ganz oben für die Arktis

Eine internationale Umfrage hat ergeben: 74 Prozent der Menschen weltweit sprechen sich für ein Schutzgebiet in der Arktis aus. Um den Druck auf Politik und Wirtschaft zu erhöhen, ruft eine Mitmachaktion heute dazu auf, unorthodoxen Protest für mehr Arktisschutz zu üben. Seien Sie dabei!

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Die globale Erwärmung sorgt dafür, dass die Arktis immer stärker abschmilzt. Das komplette Abschmelzen der Gletscher in Grönland würde den Meeresspiegel um etwa sieben Meter heben. Die internationale Mitmachaktion ruft deshalb ab dem 4. September dazu auf, von Dächern, Bergspitzen und anderen Erhebungen Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft zuzurufen: Schützt die Arktis, jetzt!

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An der Protestaktion haben sich bereits viele Aktivisten und Bürger beteiligt: Am Donnerstagmorgen (unserer Zeit) erklomm ein Kletterer-Team die Spitze von Neuseelands höchstem aktiven Vulkan Ruapehu, etwas später entrollten Aktivisten ein 30 mal 20 Meter großes Banner von einem 150 Meter hohen Bürogebäude in Bangkok. Etwa zeitgleich protestierten weitere Aktivisten auch an der Chinesischen Mauer. In Deutschland wurden als Eisbären verkleidete Aktivisten auf der Bastei im Elbsandsteingebirge gesichtet, dem berühmtesten Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz.

Die Umfrage wurde von der Agentur RIWI in 30 Ländern auf sechs Kontinenten durchgeführt. Sie macht deutlich, wie groß die Unterstützung für den Schutz der Arktis ist. Während sich 74 Prozent für die Einrichtung eines Schutzgebiets in der Hohen Arktis aussprechen (72 Prozent in Deutschland), erklärten rund 71 Prozent der Befragten weltweit (74 Prozent in Deutschland), dass sie für den kompletten Arktischen Ozean ein Verbot von Ölbohrungen und Schwerindustrie befürworten. Derzeit sind nur 1,5 Prozent der Fläche des Arktischen Ozeans geschützt - weniger als in jedem anderen Ozean auf der Welt.

Am deutlichsten sprachen sich die Menschen in Argentinien, Italien, Indien and Südafrika für den Schutz der Arktis aus, aber auch in Ländern, die dem Arktischen Rat angehören (wie die USA und Kanada), fiel das Votum für ein Arktis-Schutzgebiet mit 80 Prozent Zustimmung überdurschnittlich stark aus.

Die Bewegung für den Schutz der Arktis hat in den letzten zwei Monaten auch viele prominente Fürsprecher dazugewonnen. Eine entsprechende Deklaration unterzeichneten neben Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu auch die Schauspielerin Emma Thompson sowie ehemalige und derzeitige Umweltminister in einigen Arktis-Staaten. Die Unterschriften sollen in den nächsten Wochen an Botschaften dieser Staaten übergeben werden.

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