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Freiheit für die Arctic 30

Greenpeace-Aktivisten haben am Mittwoch am französischen Hauptsitz von Gazprom in Paris für die Freilassung der 30 Besatzungsmitglieder der Arctic Sunrise protestiert. Dabei ließen zehn Aktivisten ein Banner vom Dach und forderten: "Gazprom. Free the Arctic 30" (Gazprom - Freiheit für die Arctic 30). Auf einem zweiten Banner zeigten sie die Porträts der 28 Aktivistinnen und Aktivisten sowie der 2 freiberuflichen Bildjournalisten. Alle 30 sitzen nach einem friedlichen Protest an einer Gazprom-Ölplattform in der Arktis in Murmansk in Untersuchungshaft.

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"Wir sind hier, weil unsere Aktivisten in der Arktis friedlich an einer Bohrinsel des russischen Ölgiganten protestiert haben. Gazprom muss seine Projekte in der Arktis sofort aufgeben", fordert Sébastien Blavier, Energieexperte bei Greenpeace Frankreich. "Mittlerweile weiß jeder, dass der Klimawandel voranschreitet. Dies hat uns der letzte Bericht des Weltklimarates erst kürzlich wieder vor Augen geführt. Das Klima zu schützen, ist absolut notwendig. Die friedfertigen Aktivisten sind keine Verbrecher, sie sind Helden."

Die 28 Greenpeace-Aktivisten hatten bei einem friedlichen Protest an der Gazprom-Ölplattform in der russischen Petschorasee auf die Gefahren der Ausbeutung der Arktis aufmerksam machen wollen. Ölkonzerne wie Gazprom sind hauptverantwortlich für das Voranschreiten des Klimawandels und das Schwinden des arktischen Eises.

Der russische Energie-Gigant will von der Eisschmelze profitieren und als erster Konzern weltweit die Öl-Ressourcen in der russischen Arktis kommerziell ausbeuten. Das Risiko eines schwerwiegenden Unfalls ist extrem hoch. Das empfindliche Ökosystem der Arktis wird aufs Spiel gesetzt, denn ein wirklicher Notfallplan existiert nicht.

Bitte unterstützen Sie die Protestmailaktion für die Freilassung der Aktivisten

Den 30 Besatzungsmitgliedern der Arctic Sunrise wird "bandenmäßige Piraterie" vorgeworfen. Nach russischem Recht droht ihnen daher eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Unter den Angeklagten befindet sich auch der französische Aktivist Francesco Pisanu. Ebenso wie seine 27 Kollegen und die beiden Journalisten durchlebt er eine schwere Zeit in einem russischen Gefängnis. Anwälte haben bei den zuständigen Behörden bereits Beschwerde gegen die zum Teil sehr schlechten Haftungsbedingungen eingereicht.

Greenpeace-Geschäftsführer bittet Putin um Unterstützung

In einem Brief an den russischen Präsidenten Wladimir Putin bittet der Geschäftsführer von Greenpeace International um ein persönliches Treffen, um die fortgesetzte Untersuchungshaft abzuwenden. Greenpeace International hatte in einer Beschwerde die Freilassung gegen Kaution beantragt. Das russische Gericht lehnte diese jedoch in einer ersten Anhörung von zwei Aktivisten und einem freiberuflichen Fotografen am Dienstag ab.

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